"Infame Unterstellung"ZNS-Stiftung beißt zurück
Der Vorstand der "Hannelore-Kohl-Stiftung" hat sich gegen Vorwürfe von Altkanzler Helmut Kohl zur Wehr gesetzt. Zudem werde man an Präsidentin Ohoven festhalten.
Der Vorstand der "Hannelore-Kohl-Stiftung" hat sich gegen Vorwürfe von Altkanzler Helmut Kohl zur Wehr gesetzt. "Es ist eine infame Unterstellung, uns vorzuwerfen, wir würden das Vermächtnis von Hannelore Kohl nicht erfüllen", sagte Vorstandsmitglied Klaus Mayer dem "Spiegel". Der Neurologe hatte mit der Kanzlergattin seit Herbst 1983 die Hilfsorganisation für Menschen mit Hirnverletzungen aufgebaut.
Der Altkanzler hatte in der vergangenen Woche seinen Ehrenvorsitz niedergelegt und verlangt, dass die Stiftung nicht mehr den Namen seiner gestorbenen Frau tragen darf. Am 13. Juli wird laut "Spiegel" über die Zukunft der Stiftung entschieden. In einer gemeinsamen Sondersitzung wollen demnach Vorstand und Kuratorium über ein Vorhaben Kohls beraten. Der 79-Jährige habe Anfang dieses Jahres eine "Verschlankung" der Stiftung gefordert und eine neue Satzung vorgeschlagen.
Danach hätte er als Ehrenvorsitzender die Führung der Stiftung übernehmen können und wäre für die Berufung der Vorstandsmitglieder zuständig gewesen. Das Kuratorium mit der Präsidentin Ute Ohoven, die Kohl selbst als Nachfolgerin seiner 2001 gestorbenen Frau Hannelore ausgesucht hatte, sollte dafür aufgelöst werden. In der Abstimmung über diese neue Satzung im April habe Kohl eine Niederlage einstecken müssen. "Ich gehe davon aus, dass die Stiftung weiter Hannelore Kohls Namen tragen wird", erklärt Mayer, "und Frau Ohoven unsere Präsidentin bleibt."