Panorama

Dammbruch in ChinaZehntausende auf der Flucht

22.06.2010, 12:53 Uhr

Nach einem Dammbruch werden Zehntausende in Südchina in Sicherheit gebracht. Bei den Überschwemmungen durch heftige Regenfälle sind in China seit dem 13. Juni mindestens 200 Menschen ums Leben gekommen.

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In der Stadt Yingtan fischt ein Polizist einen Einwohner aus dem Wasser. (Foto: AP)

Die verheerenden Überschwemmungen in Südchina haben am Fuhe, dem zweitgrößten Fluss der Region, einen Deichbruch verursacht. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, wurden knapp 70.000 Menschen aus der Region in der Provinz Jiangxi in Sicherheit gebracht.

Die Fluten rissen ein rund 400 Meter breites Loch in den Deich. Die Regierung entsandte 800 Soldaten. Sie sollen den etwa 10.000 zivilen und militärischen Rettungskräften dabei helfen, insgesamt mehr als 100.000 Menschen aus dem Gefahrengebiet zu bringen.

Regierungschef Wen Jiabao rief dazu auf, alle erdenklichen Anstrengungen zu unternehmen, um die Flut zu bekämpfen. Bislang wurden nach offiziellen Angaben mindestens 1200 Menschen gerettet. Die Arbeiten kommen jedoch nur langsam voran, da auch die Hauptstraße der Region überschwemmt und durch Erdrutsche gefährdet ist.

Mindestens 200 Tote

Bei den Überschwemmungen durch heftige Regenfälle kamen in China seit dem 13. Juni mindestens 200 Menschen ums Leben. Mehr als 120 Menschen wurden vermisst, wie das Einsatzzentrum des Verwaltungsministeriums in Peking berichtete. Mehr als 25 Millionen Menschen in zehn Provinzen sind betroffen. Rund 1,7 Millionen Menschen mussten ihr Zuhause verlassen. Über Mehr als 195.000 Gebäude wurden zerstört, weitere knapp 570.000 beschädigt.

In einigen Regionen sind es die schwersten Überschwemmungen seit 50 Jahren, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Die wirtschaftlichen Schäden wurden auf 29,7 Milliarden Yuan, (3,5 Milliarden Euro), beziffert.

Weitere Niederschläge angekündigt

In der Stadt Sanming in der ostchinesischen Provinz Fujian war von "Jahrhundert-Regenfällen" die Rede, nachdem 225 Millimeter innerhalb von sechs Stunden gemessen worden waren. Am schlimmsten betroffen waren die Provinzen Jiangxi, Fujian, Hunan und die Region Guangxi. Eisenbahn- und Straßenverbindungen waren unterbrochen. Auch für die nächsten Tage haben Meteorologen heftige Regenfälle angekündigt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) brachte in einem Kondolenzschreiben an den chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao ihre "tiefe Betroffenheit" über die Katastrophe zum Ausdruck. "Ich möchte Ihnen in dieser schweren Stunde mein tief empfundenes Beileid aussprechen", hieß es in dem in Berlin veröffentlichten Schreiben.

Quelle: dpa/AFP