Panorama

Brände in ganz DeutschlandZwei Frauen sterben

01.01.2011, 09:03 Uhr

Deutschland feiert - und die Feuerwehr ist im Dauereinsatz. Sie muss Dutzende Feuer löschen, die meist durch Feuerwerkskörper ausgelöst werden. In zwei Fällen kommt allerdings jede Hilfe zu spät. Zwei Frauen sterben bei Wohnungsbränden. Ein Mann stirbt durch einen selbst gebastelten Böller. In Kiel muss ein Munitionsräumkommando ausrücken.

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Nicht immer ging das Zündeln gut aus. (Foto: dapd)

In zahlreichen Regionen Deutschlands ist in der Silvesternacht Feueralarm gemeldet worden. In den ersten zwei Stunden nach Mitternacht zählte allein die Feuerwehr Frankfurt 51 Brände. In Kiel fuhr die Feuerwehr bis 5.30 Uhr 380 Einsätze, in Hannover waren es bis 4.00 Uhr 500 Fahrten. Die Feuerwehr Hamburg kam hingegen zwischen Freitagabend und Samstagmorgen auf nur 235 Einsätze. Oftmals gerieten Mülltonnen und Altkleidercontainer in Brand. Zudem gab es deutschlandweit mehrere Balkonbrände. "Das ist ein Klassiker zu Silvester", sagte der Sprecher aus Hannover.

Bei einem Dachstuhlbrand in der Innenstadt von Kiel stürzten mehrere Decken ein, drei Menschen wurden verletzt ins Krankenhaus gebracht. Wie es zu dem Brand kam, ist noch unklar. Das Haus wurde durch die Flammen zerstört, 18 Bewohner verloren am Silvesterabend ihre Bleibe. Sie kamen bei Freunden und im Hotel unter. Auch bei einem Kellerbrand verletzten sich zwei Menschen. Sie mussten wegen einer Rauchgasvergiftung im Krankenhaus versorgt werden.

In Bad Reichenhall im Berchtesgadener Land gab es drei größere Brände, die auf Feuerwerkskörper zurückzuführen waren. Eine 51-Jährige wurde tot in einer Wohnung aufgefunden, nachdem auf dem Balkon Wunderkerzen angebrannt worden waren. Außerdem brannte es in einem Wohn- und einem Geschäftshaus.

Bei einem Schwelbrand in einer Wohnung in Großostheim im Landkreis Aschaffenburg kam eine Frau ums Leben. Wie die Polizei mitteilte, wurde sie leblos in der Wohnung gefunden. Eine weitere Person wurde leicht verletzt. Die Brandursache ist unklar. Die Kriminalpolizei ermittelt.

Munitionsräumkommando im Einsatz

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Mitarbeiter der Feuerwehr und vom Kampfmittelräumdienst stehen in Kiel vor einem Haus, in dem Sprengstoff-"Selbstlaborate" gefunden wurden. (Foto: dpa)

Ein selbst gebastelter Feuerwerkskörper kostete einen Mann im oberbayerischen Gaißach das Leben. Als er den Sprengkörper wenige Minuten nach Mitternacht zündete, explodierte der Knaller und verletzte den Mann so schwer am Kopf, dass dieser noch am Unglücksort starb.

Ein Böller-Bastler in Kiel verletzte sich zudem am Silvestertag schwer und sorgte für eine stundenlange Evakuierung benachbarter Häuser gesorgt. Das Munitionsräumkommando musste anrücken, um weitere gefundene Sprengstoff-"Selbstlaborate" zu entschärfen, wie ein Sprecher des Landeskriminalamts (LKA) berichtete. Etwa 60 Bewohner der umliegenden Häuser mussten dazu ihre Wohnungen verlassen - für sie wurden Busse bereitgestellt.

Der 31-Jährige hatte am Silvestermorgen bei einer Explosion außerhalb seiner Wohnung schwere Verletzungen an Hand und Gesicht erlitten. Anschließend durchsuchten LKA-Ermittler die Räume des Mannes im Stadtteil Gaarden und stießen auf weiteren selbst hergestellten Sprengstoff. Der Kampfmittelräumdienst sprengte die Laborate im Hinterhof. Rund 60 Menschen mussten währenddessen die Häuser am Silvesterabend zeitweise verlassen.

Decke stürzt ein

In Saarlouis stürzten bei einem Wohnungsbrand das Dach und eine Decke eines Wohnhauses ein. Ein Ehepaar wurde aus den Flammen gerettet, das Haus ist allerdings unbewohnbar. Laut Polizeiangaben besteht ein Zusammenhang zwischen den Brand und dem Silvesterfeuerwerk, das viele Feuerwerksreste im Umfeld des Hauses gefunden wurden.

In Offenburg fing ein Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses Feuer. Mehrere Wohnungen wurden dadurch unbewohnbar. Der Sachschaden wird auf 100.000 Euro geschätzt. Ein Feuerwerkskörper hatte zunächst eine Matratze in Brand gesetzt, die auf einem Balkon gelegen hatte.

In Berlin-Lichtenberg brach im 15. Stock eines Hochhauses ein Brand aus. Nach Angaben der Feuerwehr waren in Berlin-Lichtenberg auch Menschen in Gefahr. Das Feuer war nach ersten Ermittlungen nach dem Zünden von Silvesterknallern ausgebrochen. Nach weiteren Angaben der Feuerwehr geriet auch eine Wohnung im 3. Obergeschoss eines Hauses in der Spanheimstraße in Berlin-Gesundbrunnen in Flammen. Auch hier mussten Personen gerettet werden.

In Sankt Augustin im Rhein-Sieg-Kreis entzündete ein Feuerwerkskörper einen Sessel auf einem Balkon. Die Flammen griffen auf die leerstehende Wohnung über und verursachten einen Sachschaden von 150.000 Euro. Sieben Personen erlitten leichte Rauchgasvergiftungen. In Falkenstein im Vogtlandkreis führte eine verirrte Silvesterrakete zu einem Dachstuhlbrand.

Weitere größere Brände ereigneten sich in Nalbach im Landkreis Saarlouis, Nürnberg, Wismar, Weimar, Münster, Bayerisch Gmain im Berchtesgadener Land, Erbach im Odenwaldkreis, Kirchenlamitz im Landkreis Wunsiedel und Bergisch-Gladbach.

Quelle: dpa