Mit 160 km/h durch BahnhofZwei Frauen von ICE erfasst
Nach Angaben eines Sprechers der Deutschen Bahn AG waren zum Zeitpunkt des Unglücks keine Fahrgäste an Bord des ICE. Es sei erlaubt, dass ein ICE mit einer solchen Geschwindigkeit Bahnhöfe durchfahre.
Tragödie im Berufsverkehr: Zwei Frauen im Alter von 18 und 52 Jahren sind im Bahnhof von Petersroda in Sachsen-Anhalt von einem mit vermutlich Tempo 160 fahrenden ICE-Zug erfasst und getötet worden. Die Frauen waren vom Bahnsteig aus über die Gleise gelaufen, um noch eine eingefahrene Regionalbahn in Richtung Delitzsch/Leipzig zu erreichen, wie Doreen Wendland, Sprecherin der Polizeidirektion Dessau-Roßlau, mitteilte. Zur gleichen Zeit sei gegen 6.30 Uhr aus einer Kurve kommend der ICE durch den Bahnhof des kleinen Ortes gefahren.
Obwohl der Lokführer sofort bremste, konnte er das Unglück nicht verhindern. Er sei nicht verletzt worden, werde aber betreut, hieß es mit Blick auf die psychische Verfassung des Mannes. Reisende waren auf der viel befahrenen Strecke Berlin-Leipzig wegen des Unfalls laut Bahn und Polizei von Einschränkungen und Verspätungen betroffen.
Nach Angaben eines Sprechers der Deutschen Bahn AG waren zum Zeitpunkt des Unglücks keine Fahrgäste an Bord des ICE, weil es sich um eine Leerfahrt gehandelt habe. Es sei erlaubt, dass ein ICE mit einer solchen Geschwindigkeit Bahnhöfe durchfahre. "Wegen der modernen Technik sieht und hört man einen ICE mit einer solchen Geschwindigkeit nicht, zumal in einer Kurve", sagte der Bahnsprecher weiter.
Der Abschnitt in Petersroda war für den Nah- und Fernverkehr für rund dreieinhalb Stunden wegen der Rettungs- und Bergungsarbeiten voll gesperrt worden. Gegen 10 Uhr rollten die Züge nach Angaben der Bahn wieder.