Panorama
Die ausgebrannte Lokomotive eines Güterzugs und ein Kesselwagen stehen im Bahnhof Bleicherode-Ost inmitten eines Schaumteppichs.
Die ausgebrannte Lokomotive eines Güterzugs und ein Kesselwagen stehen im Bahnhof Bleicherode-Ost inmitten eines Schaumteppichs.(Foto: dpa)
Donnerstag, 22. September 2011

Brand im Bahnhof Bleicherode: Zwei Güterzüge kollidieren

Im Bahnhof der thüringischen Kleinstadt Bleicherode prallen zwei Güterzüge aufeinander und gehen teilweise in Flammen auf. Mehrere Kesselwagen haben Benzin geladen. Anwohner müssen in Sicherheit gebracht werden. Der Schienenverkehr muss mehrere Tage unterbrochen werden. Für Papst-Pilger soll ein Ersatzverkehr eingerichtet werden.

Beim Zusammenstoß zweier Güterzüge sind in Thüringen zwei mit Benzin beladene Kesselwagen in Flammen aufgegangen. Bis zu 150 Feuerwehrleute waren in der Nacht im Einsatz, um ein Übergreifen des Feuers auf die anderen Waggons zu verhindern, wie ein Sprecher der Bundespolizei in Erfurt sagte. Von der Sperrung des Streckenabschnitts bei Bleicherode sind auch Papst-Pilger aus Halle betroffen.

Einer der beiden Lokführer wurde leicht verletzt.
Einer der beiden Lokführer wurde leicht verletzt.(Foto: dpa)

Aus bislang unbekannter Ursache war ein Güterzug am Mittwochabend gegen 20.30 Uhr im Bahnhof von Bleicherode im Landkreis Nordhausen auf einen stehenden Zug mit Kesselwagen aufgefahren. Durch den Aufprall gerieten zwei der Waggons in Brand. Auch die Lok des auffahrenden Zuges fing Feuer. 50 Anwohner aus dem angrenzenden Wohngebiet wurden vorübergehend in Sicherheit gebracht. Der Lokführer des aufgefahrenen Zuges wurde leicht verletzt. Er konnte das Krankenhaus nach Polizeiangaben aber bereits nach wenigen Stunden wieder verlassen.

Am Morgen begann die Feuerwehr damit, das Benzin aus mehreren beschädigten und teilweise entgleisten Waggons abzupumpen. Jeder dieser Kesselwagen sei mit rund 30.000 Litern beladen, sagte der Sprecher der Bundespolizei. Betroffen war demnach auch ein Gefahrgutwaggon mit einer ätzenden Säure, bei dem der Kessel vom Waggon gefallen war. Nach Angaben der Deutschen Bahn gehörten beide Züge dem Bahnunternehmen Rail4Chem.

Schienenersatzverkehr für Papstpilger

Nach dem Abpumpen des Benzins und der Chemikalien sollen die entgleisten Waggons wieder auf die Schienen gehoben werden. Geprüft wurde auch, ob verseuchte Erde abgetragen werden muss. Die Polizei gehe dem Verdacht auf einen gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr nach, sagte der Sprecher der Bundespolizei.

Nach Angaben der Bundespolizei müssen nach dem Unfall auf dem Streckenabschnitt zwischen Wolkramshausen und Sollstedt insgesamt 500 Betonschwellen und 600 Meter Oberleitungen erneuert werden. Der Abschnitt bleibt einer Bahnsprecherin zufolge mehrere Tage für den Zugverkehr gesperrt. Davon betroffen sind auch Papst-Pilger, die am Freitag mit dem Zug aus der Region Halle zur Marienvesper mit Papst Benedikt XVI. nach Etzelsbach im Eichsfeld anreisen wollten. Es werde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet, sagte die Bahnsprecherin.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen