Schweinegrippe in Bayreuth und BerlinZwei Gymnasien geschlossen
An zwei Gymnasien in Deutschland fällt wegen der Schweinegrippe seit Montag der Unterricht aus. An je einer Schule in Bayreuth und Berlin dürfen die Schüler eine Woche lang daheimbleiben, die Lehrer müssen jedoch weiterarbeiten.
Am Bayreuther Richard-Wagner-Gymnasium wurde das A/H1N1-Virus kurz hintereinander bei zwei Schülerinnen bestätigt. Eine Sprecherin der Stadt sprach von einer "reinen Vorsichtsmaßnahme". Damit soll verhindert werden, dass sich weitere Schüler mit der neuen Grippe anstecken. An dem Berliner Alexander-von-Humboldt-Gymnasium in Köpenick seien innerhalb von mehreren Tagen zwölf Grippe-Infizierte registriert worden, teilte die Berliner Gesundheitsverwaltung mit.
Die Lehrer arbeiten kurz vor der Zeugnisvergabe jedoch weiter. Der Köpenicker Schulleiter Wolfgang von Schwedler sagte im RBB- Inforadio: "Es gibt auch ohne Schüler viel Arbeit." Am Bayreuther Gymnasium gab es am Montag eine Lehrerkonferenz. Die kranken Schüler in Berlin werden zu Hause mit dem Medikament Tamiflu behandelt und haben nur leichte Symptome. Fünf von ihnen besuchen die 11. Klasse, drei sind Gastschüler aus Texas. Mitte Juni war bereits in Düsseldorf eine japanische Schule geschlossen worden, weil sich mehrere Kinder mit den neuen A/H1N1-Virus infiziert hatten.
Neue Todesfälle in Großbritannien
Unterdessen starben in Großbritannien ein neunjähriges Kind in London sowie ein Mädchen und ein Mann aus der Grafschaft West Yorkshire an der Grippe. Damit sind bereits sieben Menschen an einer Infektion mit den neuen A/H1N1-Viren in Großbritannien gestorben. Alle Erkrankten hatten zuvor schon schwere gesundheitliche Probleme.
Die Schweinegrippe erreichte derweil das asiatische Land Laos. Zwei Spieler der Fußball-Nationalmannschaft, die kürzlich von den Philippinen zurückgekehrt war, sind erkrankt. Nach Ansicht von UN- Generalsekretär Ban Ki Moon benötigen die UN eine Milliarde Dollar, um die Schweinegrippe zu bekämpfen. "Wir brauchen noch mehr Geldquellen", sagte er auf einer Konferenz in Genf.
500 Krankheitsfälle in Deutschland
In Deutschland registrierte das Robert Koch-Institut bislang mehr als 500 Fälle. Die meisten Infektionen seien mild verlaufen. Die Weltgesundheitsorganisation zählte weltweit seit April rund 95.000 Schweinegrippefälle und über 400 Tote.