Freitag, 30. November 2007
Tote Babys im Tiefkühlfach: Zwölf Jahre Haft für Mutter
Eine Mutter, die zwei Babys getötet und die Leichen in ein Tiefkühlfach gelegt hat, muss für zwölf Jahre hinter Gitter. Das Landgericht Erfurt hat die Frau wegen zweifachen Totschlags verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte für die 35-Jährige lebenslange Haft wegen Mordes gefordert, während der Verteidiger auf dreieinhalb Jahre Haft plädierte.
Die Anklage warf der Frau vor, 2002 und 2004 einen Jungen und ein Mädchen nach der Geburt erstickt zu haben, weil sie sich nicht durch die Kinder in ihrer Lebensführung einschränken wollte.
Anfang der 90er Jahre war der heute 16 Jahre alte Sohn der Verurteilten zur Welt gekommen. Zu seinem Vater hatte sie laut ihrer Aussage keinen Kontakt mehr. Danach lebte sie zehn Jahre mit einem anderen Mann zusammen, ehe sie von Ende 2001 an mit dem jetzt genannten Mann in einem Vorort von Erfurt lebte. Dort hatte sie im Jahr 2002 ein Mädchen zur Welt gebracht.
Im Oktober 2003 zog die Frau mit dem toten Kind nach Erfurt und bewahrte die Leiche erneut im Tiefkühlschrank auf. Während des Umzugs wurde die Beziehung lockerer und ging schließlich in die Trennung. Das dritte Kind, ein Junge, kam in der Erfurter Wohnung zur Welt. Er wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft erstickt. Die Obduktion hatte ergeben, dass das 2004 geborene Kind noch mindestens 30 Minuten nach der Geburt gelebt hat. Auch seinen Leichnam steckte die Frau in einen Müllbeutel und legte ihn in den Gefrierschrank.
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