Sonntag, 04. Mai 2008
Tod und Verwüstung: Zyklon wütet in Birma
Ein mächtiger Zyklon hat im südostasiatischen Birma schwere Schäden verursacht. Der Wirbelsturm "Nargis" riss mehr als 350 Menschen in den Tod, teilte ein Vertreter des Informationsministeriums in Rangun mit. Es wird damit gerechnet, dass die Zahl der Opfer noch steigt. Medien berichteten, in den Städten Laputta und Kyaik Lat im Irrawaddy-Delta seien 70 Prozent der Häuser zerstört worden. Die Militärregierung habe fünf Regionen zu Katastrophen-Gebieten erklärt, darunter auch Rangun. Die Wasser- und Stromversorgung brach zusammen, ebenso Telefon- und Internetverbindungen. Die Dächer vieler Häuser wurden abgedeckt.
Zyklon "Nargis" war am Samstag vom Irrawaddy-Delta aus mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 190 Kilometern pro Stunde über Rangun gezogen. Am Samstag bewegte sich der Sturm auf den Norden Thailands zu und sorgte bereits am Sonntag für schwere Regenfälle. Die dortigen Behörden riefen Sturmwarnungen aus.
Ein Diplomat aus Rangun bezeichnete die Stadt als eine "Kriegszone". In den Straßen lägen überall entwurzelte Bäume und Strommasten. Krankenhäuser seien zerstört, es herrsche zudem ein Mangel an Trinkwasser. Ein pensionierter Regierungsvertreter sagte der Nachrichtenagentur Reuters, er fühle sich an Hurrikan Katrina in den USA erinnert. "Ich habe dergleichen noch nie selbst gesehen", sagte er.
Katastrophen-Experten der Vereinten Nationen (UN) sagte, es könne noch Tage dauern, bis in dem von der Militärjunta stark abgeschotteten Land das ganze Ausmaß der Sturmschäden ersichtlich sei. Einem UN-Vertreter zufolge wurde dem Militärregime Hilfe angeboten, dieses habe jedoch noch nicht geantwortet.
Den Medienberichten zufolge sanken bei dem Sturm vier Schiffe im Hafen von Rangun. Ein Vertreter des Flughafens teilte mit, sämtliche Maschinen seien zur zweitgrößten, im Zentrum des Landes gelegenen Stadt Mandalay umgeleitet worden. Alle Abflüge von Rangun seien gestrichen worden.
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