Meret Becker auf der Varieté-BühneNeue Show im "Wintergarten"
Meret Becker eröffnet Ende Januar den Anfang 2009 zunächst geschlossenen Berliner "Wintergarten" in der Potsdamer Straße mit einer "Fabelhaften Varieté-Show".
Neue Chance für den Berliner "Wintergarten": Meret Becker eröffnet Ende Januar das Anfang 2009 zunächst geschlossene Show-Etablissement in der Potsdamer Straße mit einer "Fabelhaften Varieté-Show", wie der Titel lautet. Das kündigten Becker und die neuen Betreiber an. "Das Varieté liegt in meiner Familie. Meine Oma ist noch im alten, historischen Wintergarten aufgetreten, und ich habe mit einer "Singenden Säge" und Max Raabe auf einer kleinen Varieté-Bühne in Berlin angefangen", erinnerte sich Becker.
Sie will in der neuen Show als "Conférencière" und Sängerin mit ihrer neuen Band auftreten. Momentan gibt es im "Wintergarten" noch ein "Zwischengastspiel" mit Peter Schwenkows Show "Black Flamingo", die noch bis Jahresende gezeigt werden soll.
"Internationale Acts, zeitgemäße Shows"
Neuer Betreiber des knapp 500 Plätze fassenden "Wintergartens" ist dann ab Januar 2010 die Berliner Arnold Kuthe GmbH Entertainment. Die Immobilien- und Baufirma Kuthe hat als Vermieterin das Inventar und die Namensrechte am "Wintergarten" erworben. Geschäftsführer Stefan Freymuth sprach von einer "neuen Chance" für das Theater. Einen Dauersubventionierungsbetrieb wolle sich das Unternehmen aber nicht leisten. "Davon gibt es in dieser Stadt im Kulturbereich bereits genug."
Programm-Manager bleibt Georg Strecker. Er plant jährlich drei größere Programme und auch Einzelveranstaltungen sowie Gastspiele, die auch im Theater- und Konzertbereich angesiedelt sein könnten. Strecker verspricht "starke Artistik, keinen Durchschnitt, internationale Acts, zeitgemäße Shows, die keine neuen Trends verschlafen werden."
Auch andere Bühnen lassen Federn
Der Konzertveranstalter Peter Schwenkow hatte das Varieté 2007 verkauft. Das Varieté-Theater mit Paten wie Siegfried und Roy aus Las Vegas hatte es in der deutschen Hauptstadt mit großen und kleineren Konkurrenzbühnen wie dem Friedrichstadtpalast und allabendlich über 1600 Kulturveranstaltungen zunehmend schwerer, die Plätze zu füllen, auch angesichts eines sich im Internet-Zeitalter verändernden Freizeit- und Unterhaltungsumfelds.
Auch der Friedrichstadtpalast, Europas größtes Revuetheater mit öffentlichen Subventionen, war vorübergehend ins Trudeln geraten und ist jetzt unter neuer Intendanz wieder auf Erfolgskurs. Auch in Hamburg war Anfang des Jahres das mit fast 115 Jahren traditionsreiche Hansa Theater, eine Hochburg des lange Zeit totgesagten deutschen Varietés, wiedereröffnet worden und setzt auf neue Publikumsgunst.