Freitag, 28. August 2009
China weist Birma zurecht: 30.000 Menschen auf der Flucht
Nach neu ausgebrochenen Kämpfen zwischen der Militärjunta und ethnischen Minderheiten im Nordosten Birmas sind Zehntausende Menschen über die Grenze nach China geflohen. Die Regierung in Peking forderte Birma daraufhin auf, für Stabilität in der Grenzregion zu sorgen.Die Vereinten Nationen schätzten, dass bis zu 30.000 Flüchtlinge versuchten, dem Konflikt zu entkommen. Die US-Menschenrechtsgruppe "Kampagne für Birma" zitierte lokale Journalisten, denen zufolge es sich um die ersten bewaffneten Auseinandersetzungen in der Region seit 20 Jahren handle. Die Flüchtlinge wurden zu sieben verschiedenen Sammelstellen geleitet, wo sie notdürftig versorgt wurden. In einem der Flüchtlingslager seien bereits mehr als 5000 Menschen untergebracht, berichtete ein Informant vor Ort.
Flüchtlinge erreichen die chinesische Grenze.
(Foto: AP)
Viele Flüchtlinge seien Chinesen, die sich in Birma eine Existenz aufgebaut hätten und Handel in der Grenzregion betrieben, ergänzte die US-Menschenrechtsgruppe. Ein um die 40 Jahre alter chinesischer Mann, sagte, er habe auf seiner Flucht gesehen, dass mindestens zehn Zivilisten getötet worden seien. Ihm selbst sei sein gesamtes Hab und Gut geraubt worden.
Erste Wahl seit 20 Jahren
"Das hat sich seit langem zusammengebraut", sagte der Herausgeber des von Thailand aus betriebenen Magazins "Irrawaddy", Aung Zaw. "Die Armee hat nicht nur die Spannungen verschärft und Leid bei den ethnischen Gruppen verursacht. Sie belastet auch die Beziehungen zu China." Das Außenministerium in Peking forderte von der Regierung Birmas, das offiziell Myanmar heißt, chinesische Bürger und deren Rechte zu schützen. Die chinesische "Global Times" berichtete, die Regierung habe erhöhte Sicherheitsvorkehrungen entlang der Grenze angeordnet. Die Kämpfe fanden keine Erwähnung in den staatlichen Medien Birmas.
Die Fluchtbewegung wurde von Gefechten mit Kokang-Rebellen ausgelöst. Anfang August hatte Birmas Militärjunta demnach Truppen in Region stationiert, wo sie vor 20 Jahren ein Waffenstillstand mit den Aufständischen geschlossen hatte.
"Das Ziel des Regimes ist es, die ethnischen Rebellen zu entwaffnen und zu kontrollieren und so die Bedrohung durch sie vor den Wahlen zu neutralisieren", sagte Aung Zaw. 2010 sind das erste Mal seit 20 Jahren Wahlen in Birma angesetzt.
AFP
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