Die Islamische Republik Iran feiert am 10. Februar ihr 32-jähriges Bestehen. In den vergangenen Jahrzehnten hat das Land turbulente Zeiten durchlebt.Bild 1 von 58 Initiator und Führer der Islamischen Revolution war Großajatollah Ruhollah Khomeini, der am 1. Februar 1979 nach 15 Jahren Exil ins Land zurückkehrte.Bild 2 von 58 Zuvor verlässt Schah Reza Pahlavi am 16. Januar 1979 nach andauernden Unruhen das Land.Bild 3 von 58 "Ich bin müde und benötige Erholung." Mit diesen Worten verabschiedet sich der Schah ins Exil.Bild 4 von 58 Pahlavi hatte in den 60er Jahren davon geträumt, den Iran zu einer Großmacht zu formen.Bild 5 von 58 Die Vereinigten Staaten pumpen Millionen Dollar nach Teheran, zur Finanzierung einer gewaltigen Militärmaschinerie. (Kaiserin Farah mit Jaqueline Kennedy im Weißen Haus.)Bild 6 von 58 Der berüchtigte Geheimdienst SAVAK, den die Amerikaner mit aufgebaut haben, unterdrückt brutal jeden Widerstand. (Im Bild ein früheres SAVAK-Gefängnis.)Bild 7 von 58 Die Einnahmen aus der sprudelnden Ölförderung kommen aber nicht der Bevölkerung zugute, sondern fließen in die Taschen einer korrupten Elite, die ihren Prunk offen zur Schau stellt und einen westlichen Lebensstil pflegt.Bild 8 von 58 Die Bauern und die Bewohner der wachsenden Großstadtslums leben in bitterer Armut.Bild 9 von 58 Im Januar 1978 wird Khomeini in einer iranischen Zeitung als kommunistischer Verschwörer verunglimpft. Es ist der Beginn der Islamischen Revolution und gleichzeitig der Anfang vom Ende des Schahs.Bild 10 von 58 Landesweit finden in den folgenden Monaten Sympathiekundgebungen für Khomeini statt, die gewaltsam niedergeschlagen werden.Bild 11 von 58 Anfang November 1978 versucht der Schah letztmalig in einer Ansprache an die iranische Nation, seinen Sturz abzuwenden.Bild 12 von 58 Doch das Volk hat die Herrschaft des Schahs satt. Khomeini organisiert unterdessen von Frankreich aus den Sturz des Monarchen.Bild 13 von 58 Eine steigende Inflationsrate sowie ruinierte Staatsfinanzen führen zu bürgerkriegsähnlichen Unruhen.Bild 14 von 58 Der Schah flieht und Khomeini kehrt nach 15 Jahren Exil in den Iran zurück.Bild 15 von 58 Das ganze Land jubelt. Alle, von den Kommunisten über die Nationalisten bis hin zu den demokratischen Parteien, begrüßen die Rückkehr Khomeinis.Bild 16 von 58 Doch Khomeini verfolgt seine eigene Agenda: Er bereitet die Errichtung eines schiitisch-islamischen Gottesstaates vor.Bild 17 von 58 Zehn Tage später wird die 2500 Jahre alte Monarchie abgeschafft. In einem Referendum entscheiden sich über 90 Prozent der Wähler für die Islamische Republik Iran.Bild 18 von 58 Auch 30 Jahre später begründet das System seine Rechtmäßigkeit immer noch mit dem Ergebnis des Referendums von März 1979.Bild 19 von 58 Mehrere Aufforderungen von Studenten und Dissidenten, die gleiche Abstimmung noch einmal zu veranstalten, werden vehement abgelehnt. (Redaktionsräume der verbotenen Zeitung Kargozaran.)Bild 20 von 58 Es beginnt eine Serie von Todesurteilen sogenannter Islamischer Volksgerichte gegen Anhänger und ehemalige Mitglieder der Schah-Regierung.Bild 21 von 58 Aber nicht nur politische Gegner und anders Denkende werden aus dem Weg geräumt, die Islamische Revolution fällt Todesurteile gegen Prostituierte, Drogenhändler, Homosexuelle und Ehebrecher.Bild 22 von 58 Banken und Versicherungen werden verstaatlicht, ausländische Investoren verlassen das Land. Wenige Wochen nach dem Umsturz liegt die Wirtschaft am Boden.Bild 23 von 58 Minderheiten werden unterdrückt. Turkmenen, Araber, Kurden - die Revolutionsgarden, die Pasdaran, töten Tausende.Bild 24 von 58 Viele Intellektuelle, Akademiker und Journalisten verlassen das Land.Bild 25 von 58 Besonders für die iranischen Frauen bedeutet der Umsturz vom Februar 1979 eine drastische Umstellung.Bild 26 von 58 Laut islamischen Vorschriften müssen sie nun einen Schleier und einen langen Mantel tragen, damit in der Öffentlichkeit Haare und Körperkonturen nicht zu sehen sind.Bild 27 von 58 Für viele der westlich-orientierten Frauen ist dies eine Zumutung.Bild 28 von 58 Aber es gibt noch weitere Einschnitte: Frauen dürfen viele Berufe nicht mehr ergreifen, so etwa nicht mehr Richterin, Polizistin oder Soldatin werden. Musik - außer Marschmusik - wird genauso verboten wie Schach, Backgammon und alle Kartenspiele.Bild 29 von 58 Der Schah stirbt nur ein Jahr später in Kairo an Krebs.Bild 30 von 58 99,3 Prozent der Bevölkerung stimmen am 31. März 1979 für die von ihrem geistlichen Führer proklamierte neue Staatsform. Am 1. April wird Iran zu dem, was er heute noch ist: eine Islamische Republik.Bild 31 von 58 Die neue Verfassung, die im Dezember 1979 in Kraft gesetzt wird, macht Khomeini als Wali Faghih oder obersten geistlichen Führer zum Staatsoberhaupt, dessen Macht größer ist als die des vom Volk gewählten Präsidenten.Bild 32 von 58 Nach Khomeinis Tod im Juni 1989 erhält sein Nachfolger, Ajatollah Ali Chamenei, dieselben Privilegien. Demnach hat auch er das letzte Wort bei allen politischen Entscheidungen.Bild 33 von 58 International gerät die Islamische Republik schnell ins Abseits.Bild 34 von 58 Todesurteile in Schnellgerichten gegen ehemalige Funktionäre des Schah-Regimes und gegen Dissidenten und vor allem die 444 Tage währende Besetzung der US-Botschaft werden im Ausland scharf verurteilt.Bild 35 von 58 Die Beziehungen zu den USA werden abgebrochen, und auch Europa verhält sich Iran gegenüber seitdem äußerst reserviert.Bild 36 von 58 Hinzu kommt ein Krieg mit dem Nachbarland Irak unter Saddam Hussein.Bild 37 von 58 Weite Teile der Grenzgebiete im Westen und Südwesten Irans werden in dem achtjährigen Krieg (1980-1988) regelrecht verwüstet, über 100.000 iranische Soldaten kommen ums Leben.Bild 38 von 58 Immer wieder stößt der Iran auf massive internationale Kritik. Im Februar 1989 spricht Khomeini ein Todesdekret gegen den britisch-indischen Autor Salman Rushdie aus, dessen Buch "Satanische Verse" er als Gotteslästerung betrachtet.Bild 39 von 58 Kurz danach werden auch die Beziehungen zu Großbritannien abgebrochen. Khomeini stirbt wenig später am 3. Juni 1989.Bild 40 von 58 Der Expertenrat, das wichtigste Gremium des Klerus, ernennt den damaligen Staatspräsidenten Ajatollah Ali Chamenei zum Nachfolger.Bild 41 von 58 Mit der Präsidentschaft der beiden moderaten Kleriker, Akbar Haschemi Rafsandschani (1989-1997) …Bild 42 von 58 … und Mohammed Chatami (1997-2005), folgt eine Öffnung zum Westen und eine Lockerung strenger Vorschriften.Bild 43 von 58 Chatami entwirft die Vision von einer islamischen Demokratie und einem Dialog der Zivilisationen.Bild 44 von 58 Das Blatt wendet sich jedoch im August 2005 mit dem Amtsantritt von Mahmud Ahmadinedschad, der nicht nur das kontroverse Atomprogramm gegen den Willen der internationalen Gemeinschaft fortsetzt, ...Bild 45 von 58 ... sondern auch mit Hasstiraden gegen Israel und die Leugnung des Holocausts für weltweite Empörung sorgt.Bild 46 von 58 Nach 30 Jahren muss sich das Regime in Teheran kaum Sorgen um das eigene Überleben machen, denn eine effiziente Opposition ist nach Einschätzung von Beobachtern nicht in Sicht.Bild 47 von 58 Demnach haben innenpolitische Gegner um Ex-Präsident Chatami weder Interesse an einem Umbruch des Systems noch wären sie dazu imstande.Bild 48 von 58 Sowohl der einflussreiche konservative Klerus als auch die Revolutionsgarden haben nach wie vor wenig Toleranz für liberale und weltliche Ansichten.Bild 49 von 58 Dennoch will das Land kein zweites Nordkorea werden. Man sehnt sich nach internationaler Anerkennung und will bei regionalen Entscheidungen aktiv mitwirken.Bild 50 von 58 Doch weder die USA noch die Europäische Union sehen derzeit in Iran einen zuverlässigen Partner.Bild 51 von 58 Besonders die Feindseligkeit gegenüber Israel und die Unterstützung für die im Westen als Terroristen eingestuften anti-israelischen Gruppen sowie die Sorge um die atomaren Pläne haben das Land erneut isoliert und zu UN-Sanktionen geführt.Bild 52 von 58 Auch im Land schwelt eine politische Krise, durch den Rückgang der Ölpreise ist das gesamte Wirtschaftsgefüge erschüttert. Die Einnahmen aus der Ölförderung reichen nicht mehr, um gewaltige Subventionen und Importe zu finanzieren.Bild 53 von 58 Lebensmittel sind deutlich teurer geworden.Bild 54 von 58 Immer weniger junge Frauen sind gewillt, die strengen Kleidervorschriften zu befolgen. Weit mehr als die Hälfte der Iraner hat die Revolution nicht mehr erlebt.Bild 55 von 58 Der überwiegende Teil der iranischen Bevölkerung und sogar einige geistliche Gruppierungen sowie die wirtschaftliche und kulturelle Elite sind liberal und demokratisch orientiert. Dies darf aber nicht mit einer ähnlichen Orientierung im westlichen Sinne verwechselt werden.Bild 56 von 58 Vielmehr führen viele Iraner ein Doppelleben, nach außen werden die strengen religiösen Vorgaben erfüllt, im Privaten werden Witze über Ahmadinedschad gemacht und ein westlicher Lebensstil gepflegt.Bild 57 von 58 Die meisten Iraner wollen mehr als drei Jahrzehnte nach der Revolution einfach nur Frieden und ein besseres Leben.Bild 58 von 58