Mittwoch, 25. Februar 2009
Nazi-Angriff auf Gewerkschafter: 32-Jähriger sitzt in Haft
Gegen den mutmaßlichen Haupttäter des Neonazi-Überfalls auf einem Thüringer Autobahn-Rastplatz ist Haftbefehl erlassen worden. Der seit einigen Monaten im Saarland lebende 32 Jahre alte Thüringer sitze in einem Saarbrücker Gefängnis, sagte ein Sprecher der Geraer Staatsanwaltschaft. Der 32-Jährige sei von mehreren Zeugen als derjenige geschildert worden, der einem am Boden liegenden Mann ins Gesicht getreten habe. Der wegen Drogendelikten mehrfach vorbestrafte Verdächtige bestreite die Vorwürfe.
Der Mann stamme aus Nordthüringen und sei vor elf Jahren einmal mit einem Propagandadelikt aufgefallen, seitdem aber ausschließlich wegen Diebstählen und Drogendelikten. Nach einer Verurteilung durch das Landgerichts Mühlhausen in Thüringen zu einem Jahr Haft stehe er noch unter Bewährung.
18 Neonazis waren beteiligt
Am 14. Februar hatten Neonazis an der Autobahnraststätte Teufelstal bei Jena eine Gruppe von Gewerkschaftern, Friedensaktivisten und Mitgliedern der Partei Die Linke angegriffen. Sie verletzten fünf ihrer Opfer, darunter einen 42-Jährigen schwer. An den Gewaltexzessen haben sich nach bisherigen Erkenntnissen 18 von insgesamt 41 Rechtsextremisten beteiligt. Die Polizei stoppte den Bus, in dem sie saßen, an der nächsten Abfahrt in Jena und nahm alle Personalien auf. Festnahmen gab es nicht, weil nach Polizeiangaben zu diesem Zeitpunkt die Schwere des Falls noch nicht klar war.
Neonazis und Überfallene kamen von Kundgebungen in Dresden, wo rund 10.000 Menschen gegen den Aufmarsch von etwa 6000 Rechtsextremisten demonstriert hatten. Neonazis versuchen seit einigen Jahren, den Jahrestag der Bombenangriffe auf die Stadt im Februar 1945 für ihre Ziele zu instrumentalisieren. Auf der Hinfahrt hatten Neonazis auch an einer Raststätte bei Chemnitz eine Gruppe aus Weimar angegriffen und mehrere Menschen verletzt.
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