Mittwoch, 14. Januar 2009
Bin Laden ist wieder da: Abschiedsbotschaft für Bush
Osama bin Laden hat erneut mit einer Audio-Botschaft auf sich aufmerksam gemacht. Bin Laden rief die Muslime in aller Welt zur Unterstützung der Palästinenser im Gazastreifen auf. Sie sollten sich dem Kampf entweder direkt anschließen oder diesen zumindest finanziell unterstützen.
In der im Internet veröffentlichten Botschaft, die dem Anführer der Terrornetzwerks Al Kaida zugeschrieben wird, heißt es, alle Gipfeltreffen und Außenministerkonferenzen der arabischen Staaten zur Lage im Gazastreifen seien sinnlos: "Der einzige Weg zur Befreiung der Al-Aksa-Moschee und Palästinas ist der Heilige Krieg."
Freude über die Finanzkrise
In der 22-minütigen Tonband-Botschaft drückte Bin Laden seine Freude über die globale Finanzkrise aus. Diese Krise habe die USA, die neben Israel der Hauptfeind der Muslime seien, jetzt schon stark geschwächt, erklärte er. Bin Laden zitierte, um dieses Argument zu untermauern, unter anderem Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD), der in einer Regierungserklärung Ende September gesagt hatte, die Bankenkrise sei ein Erdbeben, in dessen Folge die USA ihren Status als "Supermacht des Weltfinanzsystems" verlieren würden.
Bush sieht Bin Ladens Ende
Bin Laden sagte, Israel habe sein "schreckliches Massaker" im Gazastreifen bewusst noch begonnen, bevor die Amtszeit von US-Präsident George W. Bush endet. Der scheidende US-Präsident erklärte seinerseits, er glaube immer noch fest, dass Bin Laden eines Tages geschnappt werde. In einem Gespräch mit CNN-Moderator Larry King, sagte Bush: "Wir haben eine Menge Leute, die nach ihm suchen. Man kann nicht sein Leben lang entkommen."
"Zeichen der Isolierung"
Derweil bezeichnet die US-Regierung Bin Ladens Audio-Botschaft als "Zeichen der Isolierung" des Al-Kaida-Chefs. Bin Laden versuche "Relevanz" in einer Zeit zu belegen, in der die Ideologie und die Taten des Terrornetzwerks weltweit "hinterfragt" und "angegriffen" würden, sagte US-Regierungssprecher Gordon Johndroe. Mit der Botschaft bin Ladens solle zudem Geld für Al Kaida gesammelt werden.
Nach Angaben der US-Antiterrorbehörden gebe keinen Grund daran zu zweifeln, dass Bin Laden lebe und bei der Führung der Al-Kaida-Aktionen besonders auf strategischer Ebene eine Rolle spiele.
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