Nato vergleicht mit IrakAfghanistan härterer Brocken
"Nach meiner Einschätzung wird es viel schwieriger als im Irak", sagte Holbrooke. Nötig seien neue Ideen, Zeit und eine bessere Abstimmung in der US-Regierung, mit den Nato-Partnern und darüber hinaus.
Afghanistan wird die internationale Gemeinschaft nach den Worten des neuen US-Sondergesandten Richard Holbrooke vor weit größere Probleme stellen als der Irak. "Nach meiner Einschätzung wird es viel schwieriger als im Irak", sagte Holbrooke bei der Münchner Sicherheitskonferenz. "Es gibt keine magische Formel: Es wird ein langes, schweres Ringen sein." Nötig seien neue Ideen, Zeit und eine bessere Abstimmung in der US-Regierung, mit den Nato-Partnern und darüber hinaus.
"Bisher reden alle von Koordination, aber es tut sich nichts", beklagte Holbrooke. Es könne nicht sein, dass etwa Gelder zum Aufbau des Rechtsstaats aus unterschiedlichen Quellen an mehrere unterschiedliche Projekte gingen, die sich nicht abstimmten. Holbrooke reist von München aus in die pakistanische Hauptstadt Islamabad weiter. Auch der afghanische Präsident Hamid Karsai hatte zuvor an die internationale Gemeinschaft appelliert, ihre Bemühungen in Afghanistan besser zu koordinieren.
Polizeiaufbau verbessern
Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung schloss sich an und warb für eine bessere Zusammenarbeit zwischen Europäischer Union (EU) und USA. Vor allem beim Aufbau der afghanischen Polizei seien mehr Anstrengungen nötig, betonte er. Eigentlich habe die EU 400 Ausbilder zugesagt, bisher seien aber nur 180 auch tatsächlich am Hindukusch eingetroffen. Die schleppende Ausbildung der Polizisten gilt als eines der größten Hindernisse für eine Befriedung des Landes.
Iran fordert Gesprächangebot
Der Iran fordert im Atomstreit ein konkretes Gesprächsangebot der USA. Parlamentspräsident Ali Laridschani sagte der "Süddeutschen Zeitung" am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz: "Wenn die Amerikaner wirklich willens sind, diese Probleme zu lösen, dann sollen sie ihre Konzepte vorlegen." Der Streit sei dann kein unlösbares Problem, wenn man nicht mehr auf der eigenen Position beharre. Die USA überprüfen die Beziehungen zum Iran. US-Vizepräsident, Joe Biden sagte in München: "Wir sind bereit, mit dem Iran zu reden."