Politik

Als Schreiberling bei der "JF"Althaus stützt Krause

04.05.2008, 10:48 Uhr

Krause hatte vor zehn Jahren als Redakteur bei der "Jungen Freiheit" gearbeitet und noch Anfang 2000 für die rechtsgerichtete Zeitschrift "Etappe" geschrieben.

Ungeachtet aller Kritik steht der thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus weiter zu dem umstrittenen designierten Kultusminister Peter Krause. "Dr. Krause hat sich klar und deutlich von seiner publizistischen Vergangenheit distanziert", sagte Regierungssprecher Fried Dahmen der "Welt am Sonntag" zufolge. Althaus sei überzeugt, dass Krause ein guter und erfolgreicher Kultusminister sein werde.

Gegen den CDU-Landtagsabgeordneten haben SPD, Grüne und Linke, aber auch der Zentralrat der Juden und andere heftige Vorwürfe wegen seiner früheren journalistischen Tätigkeit bei der als rechtslastig geltenden Zeitung "Junge Freiheit" erhoben. Dort arbeitete Krause 1998 vier Monate lang als Redakteur. Später wurde bekannt, dass er außerdem Anfang 2000 zwei Beiträge in einer Ausgabe der rechtsgerichteten Zeitschrift "Etappe" veröffentlichte. Herausgeber der Zeitschrift war das damalige Republikaner-Mitglied Heinz-Theo Homann. Krause soll unter Althaus verantwortlicher Minister für Schüler und Lehrer werden.

Es sei nicht neu, dass Krause für diese Blätter geschrieben habe, sagte Regierungssprecher Dahmen dem Blatt. Man müsse jemandem auch die Chance geben, sich bewähren zu können.

"Weichgespült und vernebelt"

Dagegen bekräftigte der Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Volkhard Knigge, seine Kritik an der Berufung Krauses. Er warf ihm ambivalentes Verhalten vor. Krause habe zu lange "seine Vergangenheit weichgespült und vernebelt" und sich erst nach starkem öffentlichen Druck zu einer Distanzierung durchringen können, sagte Knigge der "Welt am Sonntag". Dies sei besonders problematisch, da Krause als Kultusminister auch Vorsitzender des Stiftungsrates der Gedenkstätten sein werde und damit auch "ein Vorbild im Kampf gegen Rechtsextremismus und rechte Grauzonen".