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Die Frau von Strauss-Kahn, Anne Sinclair, mir ihrer Tochter vor dem New Yorker Gericht.
Die Frau von Strauss-Kahn, Anne Sinclair, mir ihrer Tochter vor dem New Yorker Gericht.(Foto: AP)

"Wir lieben uns wie am ersten Tag": Anne Sinclair, die Frau von DSK

Ihrem Mann hat sie die Karriere geopfert: Anne Sinclair, die Millionenerbin und Frau des ehemaligen IWF-Chefs Strauss-Kahn. Unmittelbar nach Bekanntwerden der Vergewaltigungsvorwürfe stellt sie klar: "Ich zweifle nicht daran, dass seine Unschuld beweisen wird." Nun ist die ehemalige Starjournalistin in New York.

Sie hat ihm ihre Karriere geopfert und seitdem immer den Rücken freigehalten: Anne Sinclair war auf dem Höhepunkt ihrer beruflichen Laufbahn, als sie sich vor gut 20 Jahren in den damals der Öffentlichkeit noch unbekannten Dominique Strauss-Kahn verliebte. Er war Gast in ihrer Talkshow und bekam bald den Spitznamen "Monsieur Sinclair". Heute ist Anne eher als "Madame Strauss-Kahn" bekannt.

Ihr Mann wird ihr einiges erklären müssen.
Ihr Mann wird ihr einiges erklären müssen.(Foto: AP)

Dass ihr Mann einen Hang zu anderen Frauen hat, hatte sie bislang mit Fassung getragen - und ihn dabei auch noch gegen Kritiker in Schutz genommen. Was jetzt in ihr vorgeht, wo der weltgewandte Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) in den USA als mutmaßlicher Sextäter in Haft sitzt, mag sich niemand vorstellen.

"Ich glaube keine Sekunde an die Vorwürfe gegen meinen Mann. Ich zweifle nicht daran, dass seine Unschuld bewiesen wird", lautete ihr knapper Kommentar wenige Stunde nach der Festnahme von Strauss-Kahn. Sie hielt sich zu dem Zeitpunkt noch in Paris auf, flog dann aber umgehend nach New York.

"Wir lieben uns wie am ersten Tag"

Ein ganz anderen Ton schlug sie bei der Affäre ihres Mannes mit einer ungarischen IWF-Mitarbeiterin an, die ihm 2008 beinahe den Job gekostet hätte. Damals überzeugten die PR-Berater ihres Mannes sie, die Affäre mit ein paar emotionalen Zeilen auf ihrem Blog abzuhaken. So etwas könne in jeder Ehe vorkommen, schrieb Sinclair. "Wir lieben uns noch wie am ersten Tag." Es klang pathetisch - und war es vermutlich auch.

Bislang stand sie unverbrüchlich zu ihrem Mann.
Bislang stand sie unverbrüchlich zu ihrem Mann.(Foto: dapd)

Mit dem Fernsehstar Anne Sinclair hatte DSK, wie Strauss-Kahn in Frankreich genannt wird, eine gute Partie gemacht. Beide hatten Ehen hinter sich, Anne mit einem Journalisten, Dominique mit seiner Jugendliebe und einer PR-Expertin. Zusammengerechnet hatten sie sechs Kinder. Anne war berühmt, reich und intelligent.

Ihr Großvater Paul Rosenberg war einer der wichtigsten Kunsthändler in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und hat ihr einen Teil seiner millionenschweren Sammlung hinterlassen. Einen Job zum Geldverdienen hätte sie nicht gebraucht, Journalistin wurde sie aus Leidenschaft.

Ihre Sendung "7 sur 7" am Sonntagabend wurde zum Plaudersofa der Nation, Sinclair war damals so etwas wie die französische Maischberger. Bis Dominique mit seiner Karriere durchstartete und Sinclair die ihre an den Nagel hängte.

Vorbereitung auf das große Amt

Ein Bild aus besseren Tagen: Das Ehepaar im November 2006.
Ein Bild aus besseren Tagen: Das Ehepaar im November 2006.(Foto: dapd)

Das Glamour-Paar pendelte zuletzt zwischen einer Luxuswohnung am Pariser Place des Vosges, einem Backsteinhaus in Washington und einer Ferienresidenz in Marrakesch. Sinclair schrieb ab und zu für ihren Blog oder französische Medien und schien sich mehr und mehr für den Gedanken zu erwärmen, irgendwann Première Dame Frankreichs zu sein.

Da DSK sich wegen seines IWF-Jobs nicht zur Politik in seiner Heimat äußern durfte und die Ankündigung seiner Kandidatur für das Amt des Staatspräsidenten noch hinauszögerte, wurde in Paris jedes Wort von Anne auf die Goldwaage gelegt. "Wenn sie spricht, hört man DSK", resümierte die Zeitschrift "L'Express".

Viele Franzosen warten mit Spannung, was Sinclair zu den schweren Vorwürfen zu DSK sagen wird. Nach einem Bericht von "Le Monde" hatte ihr Mann sie angerufen, als er auf dem Weg zum Flugzeug war, und von einem "schweren Problem" gesprochen.

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Quelle: n-tv.de

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