Mittwoch, 03. März 2010
Blutbad vor Irak-Wahl: Anschläge erschüttern Bakuba
Vier Tage vor der Parlamentswahl haben Terroristen im Irak ein verheerendes Blutbad angerichtet. Nach Angaben der Polizei starben durch eine Serie von Bombenanschlägen in der Stadt Bakuba 35 Menschen, 58 wurden verletzt. Ein Polizeisprecher sagte, es seien binnen kürzester Zeit vier Bomben explodiert.
Zuerst sprengte sich ein Selbstmordattentäter in einem Auto neben einer Polizeiwache in die Luft, dann zündeten die Terroristen in einem geparkten Auto im Stadtzentrum einen zweiten Sprengsatz. Als die Helfer dann die Verletzten in das allgemeine Krankenhaus von Bakuba brachten, zündete ein Selbstmordattentäter mitten unter ihnen einen Sprengstoffgürtel. Dabei wurde unter anderem der Direktor des Krankenhauses verletzt. Der Attentäter hatte ungehindert in das Gebäude eindringen können, weil er die Uniform eines Polizeioffiziers trug.
Ausgangssperre in Bakuba
Nach der Wahl im Irak erwarten Beobachter eine langwierige Regierungsbildung.
(Foto: AP)
Eine weitere Autobombe entdeckte die Polizei in der Nähe einer Straßensperre des Zivilschutzes. Die Beamten räumten das Gebiet rund um das Auto, bevor sie die Bombe aus sicherem Abstand zündeten. Am Mittag wurde in der nordöstlich von Bagdad gelegenen Stadt, in der hauptsächliche sunnitische und schiitische Araber leben, eine Ausgangssperre verhängt.
In der nördlichen Stadt Mossul starb ein Polizist, als eine Haftbombe an seinem Fahrzeug detonierte. Im Norden Bagdads kam nach Angaben der Nachrichtenagentur Aswat al-Irak ein Soldat durch eine Sprengstoffattacke ums Leben.
Seit Anfang Februar nimmt die Zahl der Sprengstoffanschläge und Attentate im Irak wieder zu. Beobachter führen dies auf die an diesem Sonntag bevorstehende Parlamentswahl zurück. Für die Angehörigen der Sicherheitskräfte und die Beschäftigten der Krankenhäuser werden die Wahllokale schon an diesem Donnerstag geöffnet, damit sie am Wahlsonntag ihren Dienst verrichten können. Zusammen mit ihnen dürfen auch die Patienten in den Krankenhäusern und die Häftlinge wählen.
dpa
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