Donnerstag, 24. Dezember 2009
Viele Tote und Verletzte: Anschläge in Krisenregionen
In den drei großen politischen Krisenregionen der Welt gibt es an Heiligabend mehrere Anschläge. Der Irak, Afghanistan und Pakistan kommen nicht zur Ruhe.Bei einem Anschlag auf den Kommandeur einer Taliban-feindlichen Miliz am nordafghanischen Bundeswehr-Standort Kundus sind zwei Leibwächter des Mannes getötet worden. Milizenchef Selaab Khan sei unverletzt geblieben, als eine ferngezündete Bombe vor seinem Haus detonierte, sagte der Polizeichef der Provinz Kundus. Ein Passant sei bei der Explosion im Zentrum von Kundus-Stadt verletzt worden.
Der Milizenchef sagte, dies sei bereits der dritte erfolglose Anschlag auf ihn in den vergangenen zwei Monaten gewesen. "Solche Angriffe werden uns von unserer Entschlossenheit zum Kampf gegen die Taliban nicht abschrecken. Wir werden unseren Kampf gegen sie fortsetzen, bis wir sie aus dieser Region herausschmeißen." Die Taliban äußerten sich zunächst nicht.
Bei Sprengstoffanschlägen im Süden Afghanistans wurden unterdessen zwei Soldaten der Internationalen Schutztruppe ISAF getötet. Die NATO-geführte ISAF teilte mit, ein kanadischer Soldat sei am Mittwoch gestorben, ein britischer Soldat bereits am Tag zuvor.
Explosionen in Bagdad ...
Im irakischen Hilla explodiert eine Autobombe.
Bei einer Doppelexplosion in der südirakischen Stadt Hilla wurden mindestens 15 Menschen getötet. 50 weitere Personen wurden verletzt, berichtete die Polizei. Eine Autobombe und ein Sprengsatz waren gleichzeitig im Zentrum der Stadt 100 Kilometer südlich von Bagdad explodiert. Unter den Getöteten seien auch ein hochrangiger Polizeioffizier und zwei seiner Beamten gewesen.
Im nordirakischen Mossul erschossen Unbekannte zwei Männer, unter ihnen einen Christen, dem sie vor einem Medizin-Labor auflauerten, in dem er arbeitete. In der nördlichen Erdölstadt Kirkuk überfielen Aufständische einen Kontrollpunkt und töteten dabei zwei Angehörige der pro-amerikanischen Sahwa-Miliz. Drei weitere Milizionäre erlitten Verletzungen, bestätigte die örtliche Polizei.
... und auch in Pakistan
Bei einem Selbstmordanschlag in der pakistanischen Stadt Peshawar kamen zwei Menschen ums Leben. Der Attentäter habe die Bombe an seinem Körper gezündet, als er an einem Kontrollposten an einer belebten Straße durchsucht worden sei, teilte die Polizei mit. Ein Polizist und ein Passant seien getötet, 14 weitere Menschen verletzt worden. Die Tat ereignete sich in der Nähe von Büros der nationalen Fluggesellschaft und mehrerer Medienunternehmen. Zudem liegen eine christliche Mädchenschule und der Militärbezirk der Stadt in der Umgebung.
dpa/rts
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