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Politik

Sonntag, 02. November 2008

Autos wie "mobile Särge": Armee-Kommandeur tritt ab

Der Kommandeur einer Spezialeinheit der britischen Armee in Afghanistan ist aus Ärger über die schlechte Ausrüstung der Soldaten zurückgetreten. Wie die Zeitung "Daily Telegraph" berichtete, machte Major Sebastian Morley in seinem Rücktrittsschreiben die "chronisch zu geringen Investitionen" des Verteidigungsministeriums in die Ausrüstung der Truppe für den Tod von vier Soldaten seiner Reservisteneinheit verantwortlich. Diese waren im Juni bei einer Patrouille ums Leben gekommen, als ihr Geländewagen auf eine Mine gefahren war. Bei neuen Anschlägen und Gefechten in Afghanistan wurden unterdessen mindestens 34 Menschen getötet.

Major Morley hatte nach Angaben der Zeitung das Ministerium in London mehrfach vergeblich auf die schlechte Panzerung der Autos hingewiesen. Das Blatt ließ auch einen anderen Soldaten zu Wort kommen, wonach die kritisierten Geländefahrzeuge innerhalb der Truppe "mobile Särge" genannt werden. In Afghanistan sind bislang 121 britische Soldaten ums Leben gekommen. Etwa 500 wurden verletzt.

Tote bei Anschlägen

In der südlichen Unruheprovinz Helmand starben zwei afghanische Soldaten, als eine Bombe neben ihrem Fahrzeug explodierte, teilte das Verteidigungsministerium in Kabul mit. Zwei afghanische Polizisten wurden getötet, als Aufständische ihren Konvoi in der als ruhig geltenden Provinz Badghis im Nordwesten des Landes angriffen. Die radikalislamischen Kämpfer seien vermutlich aus Helmand nach Badghis vorgedrungen, erklärte die Polizei.

Bei weiteren Gefechten wurden nach Angaben der US-geführten Koalitionstruppen und des afghanischen Verteidigungsministeriums seit Donnerstag mindestens 30 Taliban-Kämpfer getötet, darunter eine bewaffnete Frau. Wie das US-Militär mitteilte, richtete sich eine Operation gegen einen Anführer des Terrornetzwerks Al-Kaida in der östlichen Provinz Kunar. Der Mann habe von dort aus Anschläge gegen die internationalen Truppen und Zivilisten koordiniert, hieß es.

Seit Jahresbeginn kamen in Afghanistan nach offiziellen Angaben mehr als 4000 Menschen bei Anschlägen und Gefechten ums Leben, die meisten davon Aufständische. Unter den Toten sind aber auch mehr als 220 afghanische Soldaten und bis zu 1000 afghanische Polizisten.

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