Politik

"Weißes Haus trägt Mitschuld" Assange weist Kritik zurück

29.07.2010, 06:48 Uhr

WikiLeaks-Chef Assange geht nicht davon aus, dass die Veröffentlichung zehntausender US-Geheimakten über den Afghanistaneinsatz afghanische Informanten gefährdet. Er habe sich vor der Veröffentlichung der Berichte an das Weiße Haus gewandt, aber keine Antwort erhalten.

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US-Soldaten kontrollieren ein Fahrzeug auf der Straße zwischen Kabul und Bagram. (Foto: AP)

Der Gründer der Internetseite WikiLeaks, Julian Assange, hat Kritik zurückgewiesen, die Veröffentlichung zehntausender US-Geheimakten über den Afghanistaneinsatz gefährde afghanische Informanten. Die Veröffentlichung der Papiere sei "äußerst wichtig in der Geschichte dieses Krieges", sagte Assange der britischen Tageszeitung "The Times".

WikiLeaks habe sich vor der Veröffentlichung an das Weiße Haus gewandt, um "die Gefahr so gering wie möglich zu halten, dass unschuldige Informanten namentlich genannt werden", habe aber keine Antwort erhalten.

Die "Times" hatte am Vortag berichtet, nur kurze Recherchen in den auf der Website WikiLeaks veröffentlichten Akten genügten, um dutzende Namen von Afghanen zu finden, die den USA und ihren Alliierten detaillierte Informationen geliefert hätten. Assange hatte zuvor noch versichert, die Dokumente seien auf mögliche Namen gefährdeter Afghanen überprüft worden, 15.000 seien daraufhin nicht veröffentlicht worden. In seinem jüngsten Interview sagte der ehemalige Hacker der "Times": "Niemand hat Schaden genommen, aber sollte jemand Schaden nehmen, dann wäre das natürlich sehr bedauerlich."

Quelle: AFP