Montag, 05. Januar 2009
Andere Schließungskonzepte
Asse wird nicht geflutet
Die umstrittenen Pläne zur Flutung des Atommülllagers Asse in Niedersachsen sind vom Tisch. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) werde andere Konzepte für die Schließung der Anlage prüfen, sagte BfS-Präsident Wolfram König in Remlingen bei Wolfenbüttel. Das werde allerdings längere Zeit in Anspruch nehmen, da seine Behörde alle Optionen sehr genau untersuchen wolle. Eine Flutung käme nur zur Abwehr akuter Gefahren in Betracht. Wichtigste Aufgabe sei jetzt die Entwicklung eines Schließungskonzepts, das die Langzeitsicherheit gewährleiste.
Das BfS hatte den Betrieb des Endlagers zum Jahresbeginn vom Helmholtz-Zentrum München übernommen. Gleichzeitig war die politische Verantwortung vom Bundesforschungsministerium auf das Bundesumweltministerium übergegangen. Auslöser war eine Pannenserie.
Atom- statt Bergrecht
So hatten die früheren Betreiber ohne die erforderlichen Genehmigungen radioaktive Lauge in einen unbelasteten Bereich des früheren Salzbergwerks abgeleitet. Durch die Änderung wird das Lager Asse nach Atomrecht und nicht mehr wie bisher nach Bergrecht betrieben. In dem Bergwerk lagern 126 000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Atommüll.
Über den Fortgang der Planungen will das BfS die Öffentlichkeit in einer neu eröffneten Informationsstelle neben dem Bergwerksgelände unterrichten. Vorbild ist das Info-Zentrum zum geplanten Atommüll-Endlager Schacht Konrad in Salzgitter, das nach Angaben des BfS auf sehr viel Interesse in der Bevölkerung stößt.
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