Montag, 12. November 2007
Vorstoß aus der FDP: "Assistierter Suizid" im Gespräch
Die FDP hat eine Legalisierung des sogenannten "assistierten Suizids" ins Gespräch gebracht. "Ganz eindeutig ist, dass wir die Angebote so ausbauen müssen, wie es notwendig ist, um ein würdevolles Sterben auch bei großen Schmerzen zu ermöglichen", sagte der FDP-Bundestagsabgeordnete Michael Kauch. Widerspruch kam aus der Union.
Kauch verwies auf die Regelung im US-Staat Oregon: Dort würden Patienten unter strengen Bedingungen Medikamente ausgehändigt, mit denen sie sich töten könnten. Voraussetzung sei, "dass dort zwei Ärzte eine Lebensdauer von weniger als sechs Monaten prognostizieren und alle schmerzmindernden Möglichkeiten ausgeschöpft sein müssen", sagte Kauch.
Es sei heute möglich, den allermeisten Menschen mit palliativ-medizinischen und palliativ-pflegerischen Mitteln zu helfen, damit diese die letzten Wochen und Tage ihres Lebens in Würde zumindest schmerzreduziert verbringen könnten. "Die Frage ist, was passiert mit den Extremfällen, wo dies eben versagt?", sagte Kauch.
Die Debatte über die Sterbehilfe war durch den Suizid von zwei Deutschen in der vergangenen Woche in der Schweiz neu entfacht worden. Die Organisation Dignitas, die den Deutschen auf einem Parkplatz im Kanton Zürich beim Sterben half, geriet daraufhin erneut in die Kritik.
Der stellvertretende Vorsitzende der Unions-Bundestagsfraktion. Wolfgang Bosbach. sprach sich dagegen für ein Verbot von Sterbehilfeorganisationen aus. "Es werden Geschäfte mit Tod gemacht. Das können wir nicht dulden", sagte der CDU-Politiker. Die Unterstützung beim Suizid sei Geschäftszweck. "Das ist mit der Menschenwürde nicht vereinbar."
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