Suche
hier klicken, um den Ort für die Startseite festzulegen
Berlin
17
SO 13° / 24°
MO 10° / 24°
Politik

Dienstag, 04. Januar 2011

Kein Strom für den Zaun: Athen besteht auf Grenzsperre

Die griechische Regierung will den Grenzzaun zur Türkei bis April aufgebaut haben. Er soll mehr drei Meter hoch aber keinesfall elektrisch geladen sein. An die Kritiker des Projekts gerichtet verweist Athen darauf, den Zaun letztlich für die EU zu bauen, als Bollwerk gegen unliebsame Flüchtlinge.
Im Auffanglager für illegale Einwanderer in Kyprinos in der Region Evros.

Im Auffanglager für illegale Einwanderer in Kyprinos in der Region Evros.
(Foto: picture alliance / dpa)

Trotz internationaler Kritik besteht Athen auf den Bau eines 12,5 Kilometer langen Zauns entlang der Grenze zur Türkei. Nach Angaben des griechischen Ministeriums für Bürgerschutz soll die Barriere gegen illegale Einwanderer bis April fertiggestellt sein. Der Zaun werde höher als drei Meter, aber auf keinen Fall elektrisch geladen sein, berichtete das Staatsradio. Er werde mit Wärmekameras und Bewegungsdetektoren versehen.

Über die Grenze zwischen der Türkei und Griechenland gelangen Hunderttausende Flüchtlinge aus Asien und Afrika illegal in die Europäische Union. Mit dem Zaun entlang einer besonderen "Schwachstelle" am Grenzfluss Evros will Athen den Strom der Zuwanderer eindämmen.

Die griechische Presse bewertete die Pläne unterschiedlich: "Mauer der Schande", titelte die linke Athener Zeitung "Avgi". "Die Initiative des Ministers für Bürgerschutz ist sehr positiv", kommentierte hingegen die konservative Zeitung "Kathimerini". Das Thema sei "von großer Bedeutung. Das Land (Griechenland) kann nicht ein offenes Feld für Flüchtlinge sein", meinte das Blatt weiter.

Der Bau einer Barriere, die nach ersten Ankündigungen sogar entlang der gesamten 206 Kilometer langen Grenze zur Türkei verlaufen sollte, war bei der EU auf Vorbehalte gestoßen. "Zäune können nur eine kurzfristige Lösung sein, sie lösen aber nicht das Problem", hatte ein Sprecher von EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström in Brüssel erklärt. Der Athener Bürgerschutzminister Christos Papoutsis hatte die Kritik an der griechischen Asylpolitik als "heuchlerisch" zurückgewiesen. Letztlich baue man den Zaun für die EU, als Bollwerk gegen unliebsame Flüchtlinge.

Allein 2010 seien 128.000 Migranten nach Griechenland gekommen. In den vergangenen vier Jahren seien es insgesamt 512.000 gewesen. Seit zwei Monaten patrouillieren an der Grenze neben griechischen Beamten etwa 200 Mitarbeiter der EU-Grenzagentur Frontex.

Video
Grenzzaun Verstoß gegen Menschenrechte
Amnesty kritisiert Athen und EU
Mediathek

dpa

Artikel versenden

Kein Strom für den Zaun: Athen besteht auf Grenzsperre

Empfänger
Ihre Informationen
Persönliche Mitteilung

Die Daten werden nur zum Versenden der Nachricht benutzt und nicht gespeichert.