RAF-Mord an BubackBecker bestreitet Tat
Die ehemalige RAF-Terroristin sagt, sie habe 1977 nicht auf den Generalbundesanwalt geschossen. Der Sohn Bubacks glaubt allerdings nicht an ihre Unschuld.
Die frühere RAF-Terroristin Verena Becker hat bestritten, 1977 den damaligen Generalbundesanwalt Siegfried Buback ermordet zu haben. Der "Bild"-Zeitung sagte sie auf die Frage, ob sie Buback erschossen habe: "Nein, das wissen Sie doch. Die Sache ist für mich erledigt." Das Blatt hatte Becker in ihrer Berliner Wohnung aufgesucht. Das Verfahren gegen Becker im Buback- Mordfall war im März 1980 ohne eine Anklage eingestellt worden. Die damals wegen anderer Taten inhaftierte Frau wurde 1989 begnadigt.
In der vergangenen Woche war die Wohnung der 57-Jährigen durchsucht worden. Zuvor hatte eine neue DNA-Analyse den Verdacht verstärkt, Becker könnte an der Ermordung Bubacks und seiner beiden Begleiter im April 1977 in Karlsruhe beteiligt gewesen sein. An den damaligen Bekennerschreiben der Roten Armee Fraktion (RAF) wurde Genmaterial entdeckt, das nach dem Gutachten eindeutig von Becker stammt.
Bubacks Sohn Michael betonte in der Zeitung: "Es gibt erdrückende Hinweise, dass Verena Becker an der Ermordung meines Vaters unmittelbar beteiligt war." Bei ihm habe sich eine Augenzeugin gemeldet, die in Sichtweite zum Tatort ihren Arbeitsplatz gehabt habe. "Bereits nach den ersten Schüssen beobachtete sie das Verbrechen und sah eine zierliche Frau hinten auf dem Tatmotorrad. Die Beschreibung passt auf keinen der uns über Jahrzehnte genannten Täter, eher auf Verena Becker."