Politik

Schiffbruch mit FiniBerlusconi bleibt auf der Titanic

10.11.2010, 12:39 Uhr

Im Streit zwischen Italiens Regierungschef Berlusconi und Parlamentspräsident Fini stehen die Zeichen auf Sturm. Italienische Tageszeitungen vergleichen die politische Situation des Landes mit dem "Untergang der Titanic". Der durch diverse Skandale angeschlagene Regierungschef greift nach dem Rettungsring.

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Berlusconis Amtszeit ist vor allem durch viele Skandale geprägt. Er rettet sich aber immer wieder durch Misstrauensabstimmungen im Parlament. (Foto: dpa)

Nach einer schmerzhaften Abstimmungsniederlage für Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi im Parlament spitzt sich der Machtkampf in Rom weiter sich zu. "Ich werde keine Regierungskrise im Dunkeln eröffnen, nicht zurücktreten und auch nicht nachgeben", sagte der 74-jährige Premier dem Mailänder "Corriere della Sera".

Mehrfach hatte Berlusconi betont, bis zum Ende der Legislaturperiode 2013 regieren zu wollen. Dennoch verglichen Zeitungen die politische Situation Italiens bereits mit dem "Untergang der Titanic".

Am Vorabend hatte Berlusconi eine Abstimmung über seine umstrittene Ausländerpolitik verloren, weil die neue Fraktion von Gianfranco Fini, seines ehemaligen Bündnispartners, erstmals mit der Opposition stimmte. Am Donnerstag soll nun der Chef der rechtspopulistischen Lega Nord, Berlusconis Koalitionspartner Umberto Bossi, mit dem "Abtrünnigen" Fini verhandeln. Er solle dafür sorgen, dass die Regierung zumindest bis zur Verabschiedung des Haushalts für 2011 im Amt bleibt.

Fini hatte auf einer Tagung seiner Fraktion "Zukunft und Freiheit für Italien" (FLI) den Rücktritt des 74-jährigen Medienmoguls gefordert, nachdem dieser in der vergangenen Woche durch Sexskandale erneut in die Kritik geraten war. Berlusconi konterte daraufhin, Fini möge ihn im Parlament per Misstrauensvotum herausfordern.

Quelle: dpa