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Innerhalb der Bundesländer ist das Gefälle groß.
Innerhalb der Bundesländer ist das Gefälle groß.(Foto: picture alliance / dpa)

Studie benennt Ungleichheit: Bildungserfolg hängt vom Wohnort ab

Bildungsforscher finden im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung heraus: Ob Kinder in der Schule erfolgreich sind, hängt noch immer vom Elternhaus ab. Und: Eltern sollten sich genau überlegen, in welcher Region sie ihre Kinder zur Schule schicken.

Das deutsche Bildungssystem wird durchlässiger für Schüler unterer Sozialschichten, ist jedoch noch immer hochgradig ungerecht. Das ist das Ergebnis des "Chancenspiegels" der Bertelsmann-Stiftung, der gemeinsam mit der Technischen Universität Dortmund und der Friedrich-Schiller-Universität Jena veröffentlicht wurde.

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2012 gingen weniger Jugendliche ohne Abschluss von der Schule ab, zudem stieg der Anteil der Hochschulzugangsberechtigten. Doch auch wenn es Fortschritte gab, ist der Bildungserfolg nach wie vor stark von der sozialen Herkunft abhängig. Neuntklässler aus höheren Sozialschichten haben in Mathematik bis zu zwei Jahre Vorsprung vor ihren Klassenkameraden aus bildungsferneren Familien.

Der Chancenspiegel analysiert jährlich, wie gerecht und leistungsstark das jeweilige Schulsystem der Bundesländer ist. Die Forscher vergleichen dafür die Durchlässigkeit der Schulsysteme sowie die Möglichkeiten der Schüler, sich gut ins Schulsystem zu integrieren, fachliche Kompetenzen zu entwickeln und gute Abschlüsse zu erhalten.

Weniger Abgänger ohne Abschluss

Die diesjährige Neuauflage bestätigt: Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind groß, aber kein Land ist in allen Bereichen Spitze oder Schlusslicht. Im Ausmaß überraschend ist, dass Bildungschancen auch innerhalb der einzelnen Bundesländer regional höchst ungleich verteilt sind.

Die bundesweit positiven Trends: Seit dem Vorjahr sank erneut der Anteil der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss. Verließen 2011 noch 6,2 Prozent der Jugendlichen die Schule ohne Abschluss, waren es 2012 nur noch 6,0 Prozent (2009: 6,9 Prozent). Gestiegen ist hingegen der Anteil der Jugendlichen, die Fachhochschul- beziehungsweise Hochschulreife erlangten. 2011 gelang dies 51,1 Prozent der Schulabgänger, 2012 bereits 54,9 Prozent (2009: 46,7 Prozent).

Ganztagsangebot deckt nicht den Bedarf

Nur geringe Fortschritte stellt der Chancenspiegel bei schulischen Ganztagsangeboten fest. 2012 besuchten 32,3 Prozent der Schüler eine Ganztagsschule. Dieser Anteil hatte 2011 bei 30,6 Prozent gelegen. Der insgesamt langsame Ausbau deckt bei Weitem nicht die Nachfrage der Eltern nach Ganztagsplätzen; sie liegt bei 70 Prozent. Im gebundenen Ganztag - also in Schulklassen, die über den gesamten Tag gemeinsam als Klassenverband unterrichtet werden - lernen lediglich 14,4 Prozent der Schüler. Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann-Stiftung, forderte einen erheblich schnelleren Ausbau der Ganztagsangebote: "Ein Rechtsanspruch wäre der entscheidende Hebel, damit genügend Ganztagsschulen eingerichtet und bessere Konzepte entwickelt werden."

Erstmals untersucht der Chancenspiegel nicht nur die Länderebene, sondern auch die Kreise und kreisfreien Städte. Die Bildungschancen sind auf der kommunalen Ebene höchst ungleich verteilt. In Bayern etwa verlassen landesweit nur 4,9 Prozent der Jugendlichen ohne Abschluss die Schule. Regional allerdings schwankt dieser Anteil zwischen 0,7 Prozent und 12,3 Prozent – auch bedingt durch das jeweilige Schulangebot vor Ort.

Beispiel Sachsen: Hier machen 44,7 Prozent der Schüler Fachabitur oder Abitur. Die kommunale Spannbreite liegt zwischen 32 Prozent und 63 Prozent. "Eine stärkere Unterstützung der regionalen Schulentwicklung durch die Länder ist ratsam. So kann der Entstehung von Ungleichheit begegnet werden, unabhängig von den kommunalen Finanzlagen", sagte Wilfried Bos von der TU Dortmund.

Quelle: n-tv.de

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