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Politik

Dienstag, 28. Juli 2009

Nach Operation "Pantherkralle": Briten für Heimkehr

Die Mehrheit der Briten hält die Kämpfe in Afghanistan für nicht zu gewinnen und will die eigenen Truppen sofort abziehen.
Die "Operation Panther's Claw" ist beendet.

Die "Operation Panther's Claw" ist beendet.
(Foto: REUTERS)

Nach einer von der Tageszeitung "Independent" veröffentlichten Umfrage denken 58 Prozent der Briten, dass der Kampf gegen die Taliban nicht gewonnen werden kann. 52 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus, die Truppen sofort aus Afghanistan abzuziehen.

Ein Chinook-Helicopter der britischen Armee im Einsatz.

Ein Chinook-Helicopter der britischen Armee im Einsatz.
(Foto: REUTERS)

Besonders kritisch sehen die Briten die Ausrüstung ihrer Soldaten. Diese halten 75 Prozent der gut tausend Befragten für unzureichend.

"Pantherkralle" als Erfolg verbucht

Premierminister Gordon Brown hatte die Offensive "Pantherkralle" gegen die radikal-islamischen Taliban in Afghanistan als Erfolg bezeichnet. Nach britischen Medienberichten sagten hochrangige Offiziere, die gerade beendete rund fünfwöchige Militäroperation habe den Taliban bedeutende Verluste zugefügt. Zugleich war der Juli für die britischen Truppen der verlustreichste Monat seit Beginn des Afghanistan-Einsatzes vor siebeneinhalb Jahren. Wenige Stunden nach Verkündung des Endes der Offensive wurden zwei weitere Soldaten aus dem Königreich getötet, so dass die Zahl der in diesem Monat gefallenen Briten auf 22 stieg. Seit Beginn des Einsatzes in Afghanistan im Oktober 2001 sind insgesamt 191 Briten ums Leben gekommen; die Zahl liegt damit höher als im Irak. Die Mehrheit der Briten hält die Kämpfe in Afghanistan für nicht zu gewinnen und will die eigenen Truppen sofort abziehen.

Brown: Verluste nicht vergeblich

Brown beklagte die tragischen Verluste, sprach jedoch davon, dass sie nicht vergeblich gewesen seien. Die Operation "Pantherkralle", an der rund 3000 britische Soldaten teilnahmen, habe das Land für etwa 100.000 Menschen sicher gemacht, sagte Brown. "Wir haben die Taliban zurückgeworfen und damit begonnen, die Kette des Terrors zu zerschlagen, die die Berge von Afghanistan und Pakistan mit den britischen Straßen verbindet." Der politisch ohnehin angeschlagene Brown steht wegen der Verluste in Afghanistan unter Druck der Opposition und einiger Kommandeure, die über unzureichende Ausrüstung ihrer Soldaten klagen.

Die britischen Soldaten wurden unter anderem von amerikanischen und dänischen Verbänden unterstützt. Es war der größte britische Militäreinsatz seit Übernahme der Verantwortung für Helmand Mitte 2006. Die Offensive in der südafghanischen Provinz hatte am 19. Juni begonnen.

"Schwere Verluste der Taliban"

Der Kommandeur der britischen Truppen in Helmand, Brigadegeneral Tim Radford, sagte in einer Videoübertragung aus seinem Hauptquartier in Lashkar Gah: "Was wir hier erreicht haben, ist bedeutend und ich bin absolut sicher, dass die Operation ein Erfolg war." Den Taliban seien "physisch und psychologisch schwere Verluste" zugefügt worden. Etliche Extremisten hätten sich ergeben oder seien geflüchtet. Genaue Zahlen über getötete oder gefangengenommene Gegner wollte Radford nicht nennen. Die Truppen hätten es bei der Offensive mit etwa 500 Taliban zu tun gehabt. Der Einsatz diente der Sicherung der Präsidentenwahl im August.

Die vorhandenen britischen Truppen seien jedoch ohne Verstärkung nicht in der Lage, weitere bedeutende Operationen auszuführen, sagen hohe Militärs. Augenblicklich hielten die Briten nach schweren Kämpfen das Gebiet von der Größe der Isle of Wight vor der englischen Südküste. Dieser bevölkerungsreiche Teil der Provinz Helmand sei seit Beginn des Konflikts von den Taliban behauptet worden, sagen Militärkommandeure laut britischen Medienberichten.

rts/dpa

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