Samstag, 11. Juli 2009
Mehr Opfer als im Irak-Einsatz: Briten in Afghanistan getötet
In Afghanistan sind binnen 24 Stunden acht britische Soldaten getötet worden. Damit steigt die Zahl der getöteten Briten seit Beginn des Einsatzes vor fast acht Jahren auf 184 - beim sechs Jahre langen Irak-Einsatz starben 179 Soldaten.Für die Briten in Afghanistan war es auch einer der blutigsten Tage seit Beginn des Einsatzes. Sechs Soldaten kamen nach Angaben des Verteidigungsministeriums am Freitag in der südlichen Provinz Helmand um, zwei weitere starben am Donnerstag. In den vergangenen zehn Tagen starben somit 15 Briten in Afghanistan. Außenminister David Miliband verteidigte den Einsatz. Die Soldaten kämpften "für die Zukunft Großbritanniens". Afghanistan dürfe nicht wieder zur "Brutstätte des Terrorismus" werden, sagte er im BBC-Radio.
Premierminister Gordon Brown betonte, an der Afghanistan-Strategie festzuhalten. "Wir werden die begonnene Arbeit in Afghanistan und Pakistan fortsetzen", sagte er auf dem G8-Gipfel in Italien. Der Chef der Streitkräfte, Jock Stirrup, sagte, der Einsatz schütze die Menschen zu Hause vor Terrorangriffen. Die radikalislamischen Taliban würden den Kampf "verlieren". Die USA führen derzeit eine Großoffensive gegen die Taliban in Südafghanistan. Trotz des Zuredens der Regierungspolitiker entzündete sich wieder eine Debatte um den Sinn des Einsatzes. Oppositionschef David Cameron kritisierte, es sei "ein Skandal", dass dem Militär nicht genug Mittel zur Verfügung gestellt würden.
In Afghanistan sind derzeit rund 8300 Briten stationiert, vor allem im gefährlichen Süden des Landes. Großbritannien hatte seine militärische Präsenz bis zu den afghanischen Wahlen im kommenden Monat vorübergehend um einige hundert Soldaten aufgestockt. Die Streitkräfte beklagen jedoch immer wieder,dass die Ausrüstung nicht ausreichend seien. Den Irak-Einsatz hatten die Briten im April beendet.
dpa
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