Politik

Gefecht in Kundus: Bundeswehrsoldat wird verletzt

Der Einsatz in Afghanistan kann für deutsche Soldaten brenzlig werden - auch wenn in den vergangenen Monaten kein Bundeswehrangehöriger mehr sein Leben verliert. Deutlich wird die Gefahr jetzt wieder: Bei einem Gefecht wird ein Deutscher verwundet.

Seit fast zwei Jahren wurde in Afghanistan kein deutscher Soldat mehr getötet.
Seit fast zwei Jahren wurde in Afghanistan kein deutscher Soldat mehr getötet.(Foto: dpa)

Erstmals seit mehr als sieben Monaten ist in Afghanistan wieder ein deutscher Soldat verwundet worden. Beim Sturm eines Taliban-Verstecks in der nordafghanischen Stadt Kundus wurden nach Polizeiangaben außerdem vier Aufständische und zwei Polizisten getötet. Der Sprecher der Polizei in der Provinz Kundus, Sayed Sarwar Hussaini, sagte, unter den getöteten Taliban sei ein Kommandeur namens Mullah Abdul Wali. Drei Aufständische seien gefangen genommen worden. Die getöteten Polizisten hätten einer afghanischen Sondereinheit angehört.

"Auch ein deutscher Soldat wurde bei der Operation verwundet", sagte Hussaini. Über die Schwere der Verletzung konnte er keine Angaben machen. Afghanische und deutsche Truppen hätten ein Haus in der Provinzhauptstadt gestürmt, das Taliban-Kämpfer als Versteck genutzt hätten. Die Aufständischen hätten Widerstand geleistet. Die Bundeswehr äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorfall.

Kommandoübergabe im Norden

Zuletzt waren am 4. Juli vergangenen Jahres bei einem Angriff auf eine Patrouille südlich von Kundus-Stadt zwei deutsche Soldaten verwundet worden. Gefallene hat Deutschland am Hindukusch seit mehr als 20 Monaten nicht mehr zu beklagen. Am 2. Juni 2011 war in der an Kundus angrenzenden Provinz Baghlan ein Bundeswehr-Soldat bei einem Sprengstoffanschlag getötet worden.

Kundus gehört zum deutsch geführten Regionalkommando Nord der Nato-geführten Schutztruppe Isaf mit Sitz in Masar-i-Scharif. Dort gab Bundeswehr-General Erich Pfeffer das Regionalkommando an General Jörg Vollmer ab. Vollmer führt auch das deutsche Isaf-Kontingent.

Sicherheitslage hat sich verbessert

Der scheidende Kommandeur Pfeffer sagte, die Sicherheitslage in der Region habe sich im vergangenen Jahr insgesamt verbessert. "In sechs von neun Provinzen war die Lage zuletzt ausgesprochen ruhig. Hier hat bereits die afghanische Polizei die Führungsrolle. Die Sicherheitsoperationen unter Führung des afghanischen Militärs konzentrieren sich auf drei Provinzen, und auch hier auf wenige Distrikte." Der Isaf-Einsatz läuft Ende 2014 aus.

Knapp zwei Jahre vor dem Ende des Einsatzes hätten afghanische Sicherheitskräfte bereits weitgehend die Verantwortung von der Bundeswehr in Nordafghanistan übernommen, sagte der General. "Die Rolle der Isaf beschränkt sich jetzt auf die Beratung und Unterstützung mit beispielsweise Informationen oder durch Sprengfallenräumung. Aber eine Vielzahl von Operationen führen unsere Partner bereits völlig eigenständig durch."

Mehr als 80 Prozent aller Sicherheitskräfte im Norden würden inzwischen durch die Afghanen selber und nicht mehr durch internationale Truppen gestellt, sagte Pfeffer. "Die afghanischen Sicherheitskräfte sind im vergangenen Jahr quantitativ nahezu vollständig aufgestellt worden und haben sich qualitativ deutlich verbessert."

Quelle: n-tv.de

Video-Empfehlungen
Empfehlungen