Deutschlandweit gut vertretenCDU auf Verluste gefasst
Landauf und landab sitzt die Union auf Regierungsstühlen, drei Bundesländer ausgenommen. Vor den Landtagswahlen in Hamburg weisen die Zeichen allerdings auf Stimmeinbußen.
Nach dem Absturz in Hessen und Einbußen in Niedersachsen drohen der CDU an diesem Sonntag auch Verluste in Hamburg. Rückenwind erhofft sich die "Volkspartei der Mitte" vom Wahlsieg im benachbarten Niedersachsen am 27. Januar. Die Umfragen signalisieren jedoch, dass sie die 2004 gewonnene absolute Mehrheit im Landesparlament der Hansestadt voraussichtlich nicht halten kann.
Bei der Bundestagswahl 2005 hatte die Union wegen eines Programms mit einschneidenden Reformen das Kanzleramt nur knapp erobern können. Bei allen acht nachfolgenden Landtagswahlen gab es Verluste - zuletzt 12 Prozentpunkte in Hessen und 5,8 Prozentpunkte in Niedersachsen. In Bremen verlor die CDU 2007 trotz Wirtschaftsaufschwungs, neuem Image und Kanzler-Bonus von Angela Merkel die Regierungsbeteiligung. In Mecklenburg-Vorpommern stellt sie dagegen nach achtjähriger Opposition seit 2006 wieder Minister. In Sachsen-Anhalt musste sie die SPD an der Macht beteiligen.
Einschließlich Hessen stellen die Unionsparteien in 13 der 16 Bundesländer die Regierung oder sind in Koalitionen daran beteiligt. Elf Ministerpräsidenten haben ein Parteibuch von CDU oder CSU. Alleinregierungen gibt es außer in Hamburg, in Bayern, Thüringen und im Saarland. Auch in Hessen gab es bis zur Wahl am 27. Januar eine absolute Mehrheit der CDU. In Niedersachsen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen koaliert die CDU mit der FDP. Hinzu kommen fünf Koalitionen von CDU und SPD. Nur in Rheinland-Pfalz, Berlin und Bremen ist die CDU in der Opposition.
Als Angela Merkel während der Parteispenden-Krise im April 2000 an die Spitze der CDU kam, zählte diese etwa 610.000 CDU-Mitglieder. Heute sind es nur noch knapp 540.000 Parteimitglieder.