Freitag, 24. Juli 2009
Problem der Überalterung: China lockert Ein-Kind-Politik
Ein zweites bitte: Eltern in Shanghai sollen nach dem Willen der Regierung mehr als ein Kind haben.
(Foto: AP)
Angesichts einer immer älter werdenden Gesellschaft lockert China seine Ein-Kind-Politik. Wie die Zeitung "China Daily" berichtete, wollen die Behörden von Shanghai Ehepaare, bei denen Mann und Frau selbst Einzelkinder sind, zu einem zweiten Kind ermuntern.
Dadurch könne einer Überalterung der Bevölkerung entgegengewirkt und ein Mangel an Arbeitskräften verhindert werden, sagte der Leiter der Familienplanungsbehörde, Xie Lingli, der Zeitung.
Die Wirtschaftsmetropole Shanghai ist die bevölkerungsreichste Stadt der Volksrepublik. Mehr als jeder fünfte Bewohner ist jedoch bereits über 60 Jahre alt. Nach Angaben der "China Daily" steigt der Anteil der Über-60-Jährigen an der Bevölkerung bis 2020 auf 34 Prozent. Da es in anderen Städten ähnlich aussieht, sehen sich auch die dortigen Behörden gezwungen, die Ein-Kind-Politik für Ehepaare, die als Einzelkinder aufgewachsen sind, zu lockern.
China ist mit 1,3 Milliarden Menschen das bevölkerungsreichste Land der Erde. Um das Bevölkerungswachstum zu stoppen, hatte die Regierung vor 30 Jahren die Ein-Kind-Politik eingeführt. Auf dem Land, wo 53 Prozent der Chinesen leben, dürfen Familien bereits ein zweites Kind bekommen, wenn das erste Kind ein Mädchen ist.
AFP
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