Freitag, 10. Oktober 2008
Älteste Gemeinde der Welt: Christen im Irak fliehen
Nach den jüngsten Morden an Christen im nordirakischen Mossul haben innerhalb von zwei Tagen 50 christliche Familien die Stadt verlassen. Irakische Medien berichteten unter Berufung auf Sicherheitskreise, die Christen hätten Unterschlupf in vier nahe gelegenen Dörfern gefunden, in denen mehrheitlich Christen und Kurden wohnen. Seit Wochenbeginn haben Extremisten in der 400 Kilometer nördlich von Bagdad gelegenen Stadt Mossul fünf Angehörige der christlichen Minderheit ermordet.
Vertreter von Kirchen und Hilfsorganisationen in Deutschland drängen schon seit einiger Zeit auf eine Aufnahme christlicher Flüchtlinge aus dem Irak. Unter den irakischen Flüchtlingen, die versuchen, über Syrien und Jordanien in ein westliches Land zu emigrieren, sind besonders viele Christen aus Mossul und Bagdad.
Die durch die Flucht ihrer Mitglieder ins Ausland stark geschrumpften christlichen Gemeinden sind in der Frage der Auswanderung aber gespalten. So hat sich etwa die chaldäische Kirche in Einzelfällen für die Aufnahme akut bedrohter Familien in Europa ausgesprochen. Gleichzeitig will sie jedoch verhindern, dass durch die Abwanderung aus dem Irak eine der ältesten christlichen Gemeinden der Welt aufgelöst wird.
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