Politik

Kampf gegen ArzneimittelfälschungenCodes sollen Patienten schützen

23.05.2013, 16:50 Uhr
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Die Pharmabranche warnt vor illegalen Medikamenten aus dem Internet. (Foto: picture alliance / dpa)

Bei Potenz- oder Haarwuchsmittel, aber auch bei Krebsmedikamente oder Antibiotika werden immer wieder Fälschungen gefunden. Die Pharmabranche und der Apothekerverband wollen Patienten nun mit einem speziellen System gegen gefälschte Medikamente schützen.

Angesichts hunderttausender Arzneimittelfälschungen richten die deutsche Pharmabranche und der Apothekerverband ein System zum Schutz für Patienten ein. Bei dem sogenannten securPharm-System wird jede Packung mit einem Code bedruckt und so bei der Abgabe an den Patienten automatisch überprüft.

Bei Unstimmigkeiten bekommen die Patienten eine andere Packung des gleichen Medikaments. Die beanstandete Packung wird einbehalten, der Fälschungsverdacht untersucht. Grundlage ist eine EU-Fälschungsrichtlinie, die vorschreibt, dass jede Packung ab 2017 Sicherheitsmerkmale tragen muss, mit denen sie auf Echtheit geprüft werden kann.

Illegaler Arzneimittelmarkt im Internet

Die deutschen Zollfahnder haben allein 2012 rund 321 000 gefälschte Arzneimittel im Wert von 4,8 Millionen Euro beschlagnahmt. Sorgen macht den Behörden allerdings weniger der legale Vertriebsweg, sondern der illegale Markt vor allem im Internet. Hände weg vor dubiosen Quellen im Netz, lautet daher ihre Botschaft.

Das Sicherheitssystem läuft seit fünf Monaten in einem Test, so die Verbände. Beteiligt hätten sich mehr als 280 Apotheken und 24 Pharmaunternehmen. Bis zum Jahr 2017 solle das System flächendeckend aufgebaut sein.

In den Entwicklungsländern sind nach Einschätzungen der Weltgesundheitsorganisation bis zu 50 Prozent der vertriebenen Arzneimittel Fälschungen. Auch in Deutschland hatte die Zahl der Fälschungen in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Die Spannbreite reicht von Präparaten in gefälschter Verpackung bis zu Mitteln ohne Wirkstoff.

Quelle: ntv.de, dpa