Sonntag, 14. März 2010
Frankreichs Linke klarer Sieger: Debakel für Sarkozys Partei
Bei den Regionalwahlen in Frankreich muss das bürgerlich-rechte Regierungslager von Präsident Sarkozy eine herbe Niederlage einstecken. Klare Sieger werden die Sozialisten und andere linke Gruppen. Sarkozys UMP geht damit chancenlos in die zweite Runde der Wahlen.
Es war vorhersehbar, dass die Franzosen ihrem Präsidenten eine Lektion erteilen würden.
(Foto: dpa)
Das bürgerlich-rechte Regierungslager von Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hat bei einem der wichtigsten Stimmungstests seiner Amtszeit eine bittere Niederlage erlitten. In der ersten Runde der Regionalwahlen kam die konservative UMP nach ersten Prognosen nur auf 26,7 Prozent der Stimmen. Sie geht damit nahezu chancenlos in die zweite Runde in einer Woche.
Die Sozialistische Partei und andere linken Gruppen holten bei einer historisch niedrigen Wahlbeteiligung zusammen mehr als 50 Prozent. Vor allem die Schwesterpartei der deutschen SPD hatte dazu aufgerufen, Sarkozys Politik abzustrafen. Die Sozialisten kamen nach den ersten Prognosen auf 30 Prozent und dürfen hoffen, künftig in allen französischen Regionen die Mehrheit zu stellen.
Selbst im Elsass an der Grenze zu Deutschland stehen ihre Chancen nach der ersten Wahlrunde nicht schlecht. Dort und auf Korsika hatte die Regierungspartei UMP bislang ihre letzten Bastionen auf regionaler Ebene. Die französischen Grünen (Europe Ecologie) holten landesweit etwa 13 Prozent der Stimmen. Die rechte Front National kam den Prognosen zufolge auf rund 12 Prozent.
Wirtschaftspolitik als Zankapfel
Als ein Grund für die Wahlschlappe der Konservativen gilt Sarkozys Wirtschaftspolitik. Ihm ist es bislang nicht gelungen, die Folgen der Wirtschaftskrise in den Griff zu bekommen. Die Arbeitslosigkeit stieg zuletzt auf den höchsten Stand seit mehr als zehn Jahren.
Insgesamt waren mehr als 44 Millionen Franzosen aufgerufen, über die Zusammensetzung der 26 Regionalparlamente zu entscheiden. Mehr als jeder zweite Wahlberechtigte blieb nach Angaben des Innenministeriums allerdings zu Hause. Die endgültige Entscheidung über die Zusammensetzung der sogenannten Regionalräte fällt bei einem zweiten Wahlgang am kommenden Sonntag. Dann reicht die relative Mehrheit der Stimmen für den Wahlsieg aus. Im ersten Wahlgang wäre eine absolute Mehrheit notwendig gewesen.
Sarkozy hatte sich in den letzten Tagen vor der Wahl bemüht, die Bedeutung der Abstimmung herunterzuspielen. "Es ist eine regionale Wahl, die regionale Folgen haben wird", sagte er in Interviews. Zugleich kündigte der Staatschef an, seinen Reformkurs unbeirrt fortsetzen zu wollen. Eine größere Regierungsumbildung soll es frühestens nach der geplanten Rentenreform geben.
AFP/dpa
Hintergründe zur Nachricht
Bilderserien zur Nachricht
Politik
-
Explosion in Neu Delhi
Anschläge auf Israels Botschaften
-
Deutscher und Italiener entführt
Taliban bekennen sich
-
Stresstest für Atommüll-Zwischenlager
Mauer soll Terroristen abhalten
-
Graue Eminenz des Kongo
Kabila-Berater stirbt bei Absturz
-
Grüne und Piraten legen zu
FDP laufen die Mitglieder davon
-
Iran rüstet Schiffe auf
USA fürchten Selbstmordattacken
-
Blauhelme nach Syrien?
Russland reagiert skeptisch
-
Kleine Runde beim Berlinale-Empfang
Filmszene lässt Wulff im Stich
-
Mission ist beendet
Arabische Liga bricht mit Syrien
-
Duisburg schickt OB in die Pension
Sauerland ist abgewählt
-
Geld für Griechenland
Seehofer will Volk fragen
-
Streit um Länderfinanzausgleich
Kretschmann würde vermitteln
