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Politik

Samstag, 01. August 2009

Eine Frage der Definition: Der Mythos Vollbeschäftigung

Die von SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier als Ziel angestrebte Vollbeschäftigung muss nicht bedeuten, dass jeder Arbeit hat. Gemeint ist, dass die Zahl der Arbeitswilligen der Zahl der offenen Stellen entspricht. Da immer eine bestimmte Menge von Arbeitnehmern gerade den Job wechselt, kann Vollbeschäftigung somit auch bei einer geringen Arbeitslosenquote als erreicht gelten. Im Stabilitätsgesetz von 1967 wird Vollbeschäftigung ausdrücklich als Ziel der staatlichen Wirtschaftspolitik bezeichnet.

In der Wadan-Werft in Wismar verfolgen Werftarbeiter auf einer Belegschaftsversammlung im Juni die Ausführungen des Insolvenzverwalters.

In der Wadan-Werft in Wismar verfolgen Werftarbeiter auf einer Belegschaftsversammlung im Juni die Ausführungen des Insolvenzverwalters.
(Foto: picture-alliance/ dpa)

Bis Ende der 50er Jahre sprach man in der Bundesrepublik von Vollbeschäftigung, wenn die Zahl der Arbeitslosen ein Prozent nicht überstieg. Danach galt zwei Prozent als Marke, heutzutage wird oft sogar fünf Prozent genannt.

Als theoretischer Begründer der Vollbeschäftigungspolitik gilt der britische Nationalökonom John Maynard Keynes, der unter dem Eindruck der Massenarbeitslosigkeit nach der Weltwirtschaftskrise von 1929 eine antizyklische Haushalts- und Finanzpolitik entwickelte. Bei einer zu geringen Nachfrage von Privathaushalten und Unternehmen müsse der Staat mit Investitionen diese Nachfragelücke schließen ("deficit spending"), um Vollbeschäftigung zu erreichen.

dpa

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