Montag, 21. Januar 2002
Hintergrund: Der Transrapid
Die Magnetschnellbahn hat keine Räder, Achsen, Getriebe und Oberleitungen. Sie rollt nicht, sie schwebt. An die Stelle von Rad und Schiene wie bei der Eisenbahn tritt ein elektromagnetisches Trag- und Antriebssystem. Das Prinzip des Schwebens beruht auf den Kräften zwischen den im Fahrzeug angeordneten Elektromagneten und den Reaktionsschienen, die beidseitig unter dem Fahrweg angebracht sind. Die Magneten halten die Fahrzeuge in der Spur.
Im Gegensatz zur konventionellen Eisenbahn ist bei der Magnetschwebebahn der Hauptantrieb nicht im Fahrzeug, sondern im Fahrweg eingebaut. Von dem im Fahrweg integrierten Motor wird jeweils nur der Abschnitt mit Strom versorgt, in dem sich gerade das Fahrzeug befindet. Der Motor entwickelt ein elektromagnetisches Wanderfeld, von dem das Fahrzeug mitgezogen wird. Auch bei Stromausfall bleibt die Magnetschwebebahn nicht stehen. Bordbatterien sollen dann die nötige Energieversorgung sichern.
Seit 1984 fährt der Transrapid auf einer Versuchsstrecke im Emsland in Niedersachsen. Erst 1994 entschied sich die Bundesregierung für den Bau der Strecke Hamburg-Berlin. Beim Herstellerkonsortium aus ThyssenKrupp, Siemens und früher Adtranz stand dahinter immer das Ziel, die Magnetschwebetechnik zuexportieren.
Der Transrapid ist schnell, aber teuer. Um die Kosten wurde stets gestritten. Die Trasse Hamburg-Berlin scheiterte im Jahr 2000 an einer Finanzierungslücke von rund 1,6 bis 2,7 Mrd. DM (820 Mio. bis 1,38 Mrd. Euro).
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