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Kurden schlagen Offensiven zurück: Der Vormarsch des IS in Kobane stockt

Gelingt es doch noch, die Dschihadisten-Miliz IS im Kampf um Kobane zu besiegen? Angaben der USA und von Beobachtern zufolge kommt der IS im Stadtgebiet nicht weiter voran. Den Gotteskriegern geht offenbar langsam das erfahrene Personal aus.

Kurdischen Kämpfern und der US-Luftwaffe gelingen erste Erfolge im Kampf um die syrische Grenzstadt Kobane. Bei den Gefechten gegen die Terrormiliz IS gebe es "einige Fortschritte", sagte US-Verteidigungsminister Chuck Hagel. Der Kampf zur Zerstörung der Terrormiliz werde aber lang und schwer sein und die Lage sei weiterhin "gefährlich", fügte er hinzu. Die USA würden weiterhin "alles tun, was mit Luftangriffen möglich ist", um die Dschihadisten aus der Grenzstadt zur Türkei zurückzudrängen.

Die erbitterten Kämpfe zwischen Kurden und Dschihadisten dauerten an. Von der türkischen Grenze aus sind massive Rauchsäulen zu sehen, die nach einem Luftschlag über der Stadt aufstiegen. Die oppositionsnahen syrischen Menschenrechtsbeobachter berichteten von drei Luftangriffen der internationalen Anti-IS-Allianz auf Ziele im Süden und Osten von Kobane. Den Angaben zufolge seien die Dschihadisten seit der Einnahme des Hauptquartiers der kurdischen Kämpfer am Freitag "nicht weiter vorgerückt".

Um die Schlacht für sich zu entscheiden, habe der IS weitere Kämpfer aus den Provinzen Rakka und Aleppo abgezogen und nach Kobane beordert. Inzwischen würden selbst Männer ohne viel Kampferfahrung in die Grenzstadt geschickt, sagte Abdel Rahman, der Leiter der Menschenrechtsorganisation. Für die Dschihadisten sei es eine Schlüsselschlacht: "Wenn sie Kobane einnehmen, wird der Kampf gegen den IS in Syrien sehr lange dauern. Wenn sie es aber nicht schaffen, wird das ihrem Ansehen unter Dschihadisten schwer schaden." Aus eben diesem Grund habe sich der IS auch "mit allem, was er hat, in diese Schlacht geworfen".

"So handelt kein Nato-Verbündeter"

Aus der Ferne müssen Kurden auf der türkischen Seite der Grenze den Kampf um Kobane mitverfolgen.
Aus der Ferne müssen Kurden auf der türkischen Seite der Grenze den Kampf um Kobane mitverfolgen.(Foto: AP)

Die Militärchefs des Bündnisses gegen den IS wollen von Montag an bei einem Treffen auf höchster Ebene über ihre Strategie in Syrien und im Irak diskutieren. Dazu hat US-Generalstabschef Martin Dempsey mehr als 20 Kollegen eingeladen. Die Gespräche sollen am Abend mit einem gemeinsamen Abendessen beginnen und am Dienstag am Militärstützpunkts Andrews bei Washington fortgesetzt werden. Auch die geplante Mission zur Ausbildung und Ausrüstung von als gemäßigt geltenden syrischen Rebellen dürfte dabei Thema sein. Es ist das erste Treffen auf dieser Ebene seit Beginn der Luftschläge im Irak Anfang August.

Medienberichten zufolge wünschen sich die USA ein Eingreifen türkischer Bodentruppen zum Schutz von Kobane. Die Regierung in Ankara habe aber klargemacht, dass sie im Alleingang keine potenziell verlustreiche Bodenoffensive gegen den IS beginnen wolle. Ein ungenannter hochrangiger US-Regierungsvertreter kritisierte diese Zurückhaltung kürzlich in der "New York Times": "So handelt kein Nato-Verbündeter, während einen Steinwurf von der Grenze entfernt die Hölle ausbricht." Türkische Panzerverbände stehen an der Grenze in Sicht- und Schussweite der Kurdenstadt. Am Mittag räumte das türkische Militär einen grenznahen Hügel, auf dem Kurden und Medienvertreter das Geschehen beobachteten, mit Tränengas.

Die britische Armee hat inzwischen eine Sondereinheit von Soldaten auf irakischem Boden. Es handele sich um "ein kleines Team von Spezialisten", teilte das Verteidigungsministerium in London mit. Sie arbeiteten nahe der Front zwischen kurdischen Truppen und Kämpfern der IS-Terrormiliz. Damit bestätigte das Ministerium seit längerem kursierende Spekulationen. Aufgabe der Soldaten sei es, kurdische Peschmerga-Kämpfer im Umgang mit schweren Maschinengewehren zu trainieren. An Kampfhandlungen nähmen die Briten nicht teil.

Quelle: n-tv.de

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