Samstag, 17. Januar 2009
Fünf Tote in Kabul: Deutsche Botschaft im Visier
Bei einem Selbstmordanschlag in direkter Nähe der deutschen Botschaft in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind fünf Menschen getötet und zahlreiche verletzt worden. Bei den Toten handelt es sich nach offiziellen Angaben um vier afghanische Zivilisten und einen US-Militärangehörigen. Laut Auswärtigem Amt wurden einige Mitarbeiter der Botschaft verletzt. Zu den Nationalitäten wollte ein Sprecher keine Angaben machen. Eine Sprecherin der Vertretung in Kabul hatte zunächst gesagt, Deutsche seien nicht darunter.
Der Attentäter brachte ein Fahrzeug auf einer Straße zur Explosion, die zwischen der deutschen Botschaft und einem amerikanischen Lager zur Ausbildung afghanischer Polizisten und Soldaten verläuft. In deutschen Medienberichten hieß es, die Taliban hätten sich zu dem Anschlag bekannt und erklärt, er habe sich gegen deutsches Militärpersonal gerichtet.
Deutschland erschüttert
Die Bundesregierung zeigte sich von dem Anschlag erschüttert. Kanzlerin Angela Merkel sprach von einem "menschenverachtenden Terrorakt". Außenminister Frank-Walter Steinmeier verurteilte die Tat als "feigen Akt der Barbarei". Beide stellten zugleich klar, dass sich Deutschland nicht erpressen lasse. "Wir werden uns durch Terror und Schrecken nicht davon abbringen lassen, unsere Hilfe für das afghanische Volk fortzusetzen."
Das afghanische Innenministerium sprach von 19 verwundeten Zivilisten. Die US-Truppen gaben an, sechs Militärangehörige und ein amerikanischer Zivilist seien verwundet worden. Die Angaben zur Zahl der Verletzten wurden im Tagesverlauf mehrfach korrigiert.
Kämpfer der radikal-islamischen Taliban haben in den vergangenen zwei Jahren Hunderte Selbstmordanschläge verübt. Bei den meisten Opfern handelt es sich um afghanische Zivilisten. Ziel der Gruppe ist der Sturz der vom Westen unterstützten Regierung in Kabul und die Errichtung eines islamischen Gottesstaates. Zudem wolle sie ausländische Soldaten aus dem Land vertreiben.
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