Aber beim Handeln hapert'sDeutsche denken umweltbewusst

Nicht wenige träumen angesichts der Erfolge der Grünen bereits von der Öko-Republik, und eine Studie zum Umweltbewusstsein in Deutschland scheint diese Vision zu bestätigen. Eine große Mehrheit bekennt sich zum Umweltschutz. Allerdings hat der Befund einen Haken: Denken und Handeln sind, auch das zeigt die Studie, zwei Paar Schuhe.
Das Umweltbewusstsein ist in Deutschland weiter hoch - das eigene Handeln bleibt bei vielen aber hinter den Ansprüchen zurück. So halten 85 Prozent der Bundesbürger einen konsequenten Umstieg auf Erneuerbare Energien für nötig, zitierte der Präsident des Umweltbundesamts, Jochen Flasbarth, aus der neuen Studie "Umweltbewusstsein in Deutschland 2010". Nur 8 Prozent der Bürger haben bislang aber auf Ökostrom umgestellt.
Wie die Repräsentativumfrage vom Frühjahr weiter zeigt, sind 62 Prozent der Ansicht, dass der Staat mehr für Umweltschutz tun sollte. "Das ist für mich ein ganz klarer Auftrag an die Umweltpolitik, bei Rechtsetzung nicht zu zögerlich zu sein", schlussfolgerte Flasbarth. Dabei richten die Befragten ihre Erwartungen auch an die Wirtschaft. Nach Einschätzung von 90 Prozent der Umfrageteilnehmer könnten Industrie und Energieversorger große Beiträge zum Klimaschutz leisten. Einen eigenen Beitrag, etwa durch umweltfreundlichen Konsum oder Verzicht auf Flugreisen, finden dagegen nur 68 Prozent wichtig.
In der Rangliste der wichtigsten Aufgabenfelder rangiert Umweltschutz mit 20 Prozent hinter Wirtschafts- und Finanzpolitik (24 Prozent) und Arbeitsmarktpolitik (51 Prozent). Flasbarth hob hervor, Umweltschutz nehme trotz der zur Zeit der Umfrage gerade erst überwundenen Wirtschaftskrise somit einen hohen Stellenwert ein.