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IS-Terroranschlag in Jakarta: Deutscher unter den Verletzten

Detonationen reißen die Menschen in Jakarta aus der Morgenroutine: fünf Terroristen haben es auf ein Café und andere Ziele abgesehen. Zwei Passanten sterben, ein Deutscher wird verletzt. Stundenlang herrscht höchste Anspannung. Dann greift die Polizei durch.

Das Zentrum der indonesischen Hauptstadt Jakarta ist von IS-Terroristen angegriffen worden. "Zwei Täter haben sich in die Luft gesprengt", sagte ein Polizeisprecher Stunden nach der Attacke. "Drei weitere hat die Polizei erschossen, als sie Bomben werfen wollten." Zwei Menschen starben durch das Terrorkommando. Mehrere Menschen wurden verletzt, darunter ein Deutscher und ein niederländischer UN-Mitarbeiter. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich zu dem Anschlag.

Die Außenministerien Deutschlands und der Niederlande riefen dazu auf, die Innenstadt von Jakarta zu meiden. Die deutsche Botschaft ist nur 1200 Meter vom Tatort entfernt. Präsident Joko Widodo sagte im Fernsehen: "Wir werden uns nicht von diesen Terroranschlägen in die Knie zwingen lassen."

Die Angreifer schlugen morgens mitten im Wirtschafts- und Finanzzentrum der Stadt zu. Anwohner und Büroangestellte hörten plötzlich laute Detonationen. "Ich habe erst die Explosionen gehört, dann die Schüsse", berichtete Ruly Koestaman, der in der Nähe arbeitet. "Wir haben drei Tote gesehen und zwei Schwerverletzte."

Ein Ziel der Attentäter war offenbar ein Starbucks-Café. Das Unternehmen bestätigte den Überfall und einen verletzten Gast. Die Scheiben des Geschäfts wurden durch die Wucht einer Detonation auf die Straße geschleudert. Die Anschläge passierten in unmittelbarer Nähe des Sarinah-Einkaufszentrums, das mit einer großen Souvenir-Abteilung auch Ausländer anzieht. Allerdings ist die Stadt anders als andere Metropolen Südostasiens kein Touristenmagnet.

Zunächst Geiselnahme befürchtet

Die Polizei schloss zunächst nicht aus, dass Attentäter flüchteten und womöglich in einem Gebäude Geiseln hielten. Eine schwer bewaffnete Anti-Terror-Einheit riegelte die Umgebung und war mit Scharfschützen im Einsatz. Tausende Menschen in den umliegenden Bürohäusern durften die Büros zunächst nicht verlassen.

Darunter war Jeremy Douglas, Regionalvertreter des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC). Das UN-Gebäude liegt schräg gegenüber des Sarinah-Einkaufszentrums. "Wir sitzen hier im zehnten Stock fest", sagte er dem Fernsehsender BBC. "Wir sehen auf der Straße jede Menge Spezialeinheiten. Uns hat man gesagt, im Einkaufszentrum hätten sich Terroristen verschanzt." Die Befürchtung der Geiselnahme bestätigte sich nicht.

Rund 90 Prozent der 250 Millionen Einwohner Indonesiens sind Muslime. Bei Sprengstoffattentaten muslimischer Extremisten auf der Ferieninsel Bali im Jahr 2002 starben 202 Menschen, darunter zahlreiche Touristen. Auch in Jakarta wurden mehrere blutige Anschläge auf Botschaften und Hotels verübt. Aber die Polizei hat die Terrorzellen durch einen kompromisslosen Anti-Terror-Kampf weitgehend neutralisiert.

Quelle: n-tv.de

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