Dienstag, 26. August 2008
Energieinsel Baltikum: Deutschland sagt Hilfe zu
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den baltischen Staaten ihre Unterstützungen in der Bemühung um eine sichere Energieversorgung zugesagt. "Wir müssen es schaffen, dass die Insellage der baltischen Staaten beim Thema Energiesicherheit überwunden wird", sagte Merkel in Vilnius nach einem Gespräch mit dem litauischen Präsidenten Valdas Adamkus. Die Versorgungssicherheit aller Staaten der EU sei wichtig. Deutschland werde sich beteiligen, darüber nachzudenken, wie die Versorgungssicherheit verbessert werden könne. "Ich habe jedenfalls konstruktive Hilfe zugesagt", sagte Merkel.
Adamkus sagte mit Blick auf die Versorgung mit Öl und Gas in seinem Land: "Wir sind von Russland abhängig." Wenn Russland alle Wege schließe, dann werde die litauische Wirtschaft zerstört und der Fortschritt des Landes gestoppt. Deshalb strebe Litauen an, mit Polen und Skandinavien zusammenzuarbeiten.
Umstrittene Ostsee-Pipeline
Im bilateralen Verhältnis zu Deutschland, das von beiden als sehr gut beschrieben wurde, sorgt vor allem die geplante deutsch-russische Gas-Pipeline durch die Ostsee für Differenzen. Die baltischen Staaten fürchten Umsatzeinbußen für eigene Gasleitungen und Umweltschäden durch den Bau der Untersee-Leitung, die ab 2010 sibirisches Gas nach Deutschland befördern soll. Die Energiesicherheit war bereits Thema bei dem Besuch der Kanzlerin unmittelbar zuvor in Estland. Auch dort hatte die estnische Führung die "Insellage" der Balten bei der Energieversorgung beklagt.
Sorge um Schutz der Balten
Merkel versuchte zudem die Sorgen der baltischen Länder zu zerstreuen, dass die NATO keinen Schutzplan für die Region habe. Die baltischen Länder seien für sie genauso NATO-Mitglieder wie Deutschland. Die turnusmäßige Luftüberwachung über Estland durch Deutschland sei ein Zeichen, dass die Allianz ihre Mitglieder beschütze.
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