Montag, 02. Juli 2007
Terrorfahndung: Drei weitere Festnahmen
Bei der Fahndung nach den Tätern der versuchten Autobombenanschläge in Großbritannien hat die Polizei drei weitere Terrorverdächtige festgenommen. Zwei Männer im Alter von 28 und 25 Jahren seien im Zusammenhang mit dem Angriff auf den Flughafen von Glasgow in Haft genommen worden, teilte die schottische Polizei mit. Ein weiterer sei im Ausland verhaftet worden. Wo genau, gab die Polizei nicht bekannt.
Damit wurden in Schottland und England bislang seit Samstag acht Tatverdächtige festgenommen - unter ihnen sind zwei Ärzte. Die mutmaßlichen Täter seien keine britischen Staatsbürger, hieß es bei der Polizei. Die Fahndung laufe weiter auf Hochtouren.
Die Festnahme der beiden Männer in der unweit von Glasgow liegenden Ortschaft Paisley sei das Ergebnis "intensiver Polizeioperationen", hieß es. "Dies ist weiterhin eine rasch voran schreitende Ermittlung", sagte John Malcolm, der stellvertretende Polizeipräsident der westschottischen Region Strathclyde. "Ich rufe die Menschen auf, weiterhin sehr wachsam zu sein."
Nach Medienberichten gehen die Ermittler davon aus, dass die bislang festgenommenen sieben Männer sowie eine Frau einer mit dem El-Kaida-Netzwerk verbundenen Terrorzelle angehörten. Offenbar ist einer der Verdächtigen ein Arzt aus dem Iran, der in Großbritannien arbeitete. Der 26-Jährige wurde von der Zeitung als der Drahtzieher hinter den geplanten Angriffen bezeichnet. Er war am Samstag zusammen mit einer 27-jährigen Frau in der Grafschaft Cheshire festgenommen worden.
Langfristige Gefahr
Premierminister Gordon Brown warnte vor einer länger anhaltenden Bedrohung. "Diese Gefahr verschwindet nicht in Wochen oder Monaten", sagte Brown. Er bat die Bevölkerung am Sonntag erneut um Wachsamkeit, rief sie aber zugleich auf, trotz der inzwischen geltenden höchsten Terrorwarnstufe "das normale Leben fortzusetzen". Es sei klar, dass Großbritannien mit Leuten konfrontiert sei, die Verbindungen zum Terrornetz El Kaida hätten. "Wir müssen dagegen auf vielfältige Weise ankämpfen - militärisch, durch Sicherheitsmaßnahmen, mit der Polizei und dem Geheimdienst." Die Regierung vermutet Terroristen mit Verbindungen zur El Kaida als Urheber.
Die versuchten Anschläge in London und Glasgow waren "ganz klar koordiniert", sagte der Anti-Terror-Chef von Scotland Yard, Peter Clarke. "Die Verbindungen zwischen den drei Attacken werden immer klarer." Browns Terrorismus-Berater Lord Stevens erklärte, die Täter hätten "die selben Techniken zur Bombenherstellung benutzt wie ihre Waffenbrüder in Bagdad". Es gebe immer mehr Hinweise darauf, dass in Großbritannien geborene El-Kaida-Terroristen inzwischen aus dem Irak und aus Afghanistan zurückgekehrt seien, um britische Terrorgruppen anzuleiten.
Lob von Bush
US-Präsident George W. Bush hat die "starke Reaktion" der neuen britischen Regierung angesichts der angespannten Sicherheitslage gelobt. Dies zeige, dass der Krieg gegen Extremisten weiter gehe, sagte Bush am Sonntag in Kennebunkport im US-Bundesstaat Maine. Man wisse nie genau, wo Terroristen als nächstes zuschlagen wollten.
Zugleich kündigte er an, dass auf den Flügen zwischen den USA und Europa die Zahl der so genannten Air Marshals erhöht wird. Als Air Marshals werden bewaffnete Sicherheitskräfte bezeichnet, die zum Schutz von Passagierflügen eingesetzt werden. Sie tragen Zivilkleidung und sind daher äußerlich von anderen Fluggästen nicht zu unterscheiden.
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