Mittwoch, 28. Oktober 2009
Lieferung aus Israel: Drohnen für die Bundeswehr
Ulrich W. Sahm
Die deutsche Luftwaffe hat militärische Drohnen im Wert von "dutzenden Millionen Euro" in Israel bestellt. Das meldet der israelische Rundfunk. Die Drohnen sollen in fünf Monaten ausgeliefert werden. Die Bundesluftwaffe will sie den Angaben zufolge in Afghanistan einsetzen.
(Foto: Israel Aerospace Industries)
Eine Sprecherin der Israel Aerospace Industries (IAI) bestätigte das Geschäft, an dem auch die Firma Rheinmetall Defense mit Sitz in Düsseldorf beteiligt ist. Ein Vertrag mit dem Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) sei am Mittwoch auf dem Ben Gurion Flughafen bei Tel Aviv unterzeichnet worden. Rheinmetall Defence teilte mit, vom Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung beauftragt worden zu sein, "der Bundeswehr-Luftwaffe hochmoderne ISR-Aufklärungsmittel im Rahmen eines Dienstleistungsvertrags zur Verfügung zu stellen". ISR steht für "Intelligence, Surveillance and Reconnaissance", also Spionage, Überwachung und Aufklärung. Laut Rheinmetall Defence geht es bei dem Auftrag um einen "deutlich zweistelligen Millionen Euro-Betrag".
Das SAATEG Programm werde einen erheblichen Beitrag zum "umfassenden Situations-Bewusstsein" im Norden Afghanistans leisten, indem die deutschen Truppen dort in Echtzeit Überwachungs- und Aufklärungsdaten erhalten könnten, erklärte die IAI. Den Angaben von IAI und Rheinmetall Defence zufolge sollen die Flüge schon Mitte März 2010 starten.
Im Gegensatz zu Drohnen, die heute bei der Bundeswehr im Einsatz seien, könnten die israelischen Maschinen "auch unter widrigen Wetterbedingungen noch zuverlässige Informationen liefern", so Rheinmetall Defence.
Rheinmetall Defence und sein israelischer Partner IAI liefern das Heron MALE System, wobei MALE für "mittlere Höhe, lange Ausdauer" steht, sowie die Logistik "im Theater" (Fachbegriff für Einsatzgebiet). Die Missionen sollen jedoch von Militärpersonal der Bundeswehr durchgeführt und kontrolliert werden. Nach Angaben von IAI und Rheinmetall Defence setzen schon die Kanadier, Australier und Franzosen das israelische Aufklärungssystem in Afghanistan ein.
Die Heron-Drohnen haben eine Flügelspanne von 16,6 Metern und ein Startgewicht von 1,2 Tonnen. Sie können 30.000 Fuß (etwa 10 km) hoch fliegen und 30 Stunden in der Luft bleiben.
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