Dienstag, 09. März 2010
US-Manöver mit Südkorea: Drohungen aus Pjöngjang
Nordkorea will sein Atomwaffenarsenal ausbauen - und zwar so lange, "bis die USA ihre militärischen Drohungen und Provokationen einstellen". Hintergrund ist das alljährliche gemeinsame Manöver von Südkorea und den USA.Aus Protest gegen ein US-Militärmanöver hat Nordkorea den Ausbau seines Atomwaffenarsenals angekündigt. "Die USA lassen keinen Versuch ungenutzt, um die Demokratische Volksrepublik Nordkorea zu stürzen - sei es durch militärische Drohungen, Wirtschaftssanktionen oder ideologische und kulturelle Vergiftung", sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Pjöngjang der staatlichen Agentur KCNA zufolge. Nordkorea werde deshalb sein Atomwaffenprogramm erweitern, um die nukleare Abschreckung zu erhöhen - und zwar solange, "bis die USA ihre militärischen Drohungen und Provokationen einstellen".
Zehn Tage lang Manöver
Südkorea und die USA hatten am Montag ungeachtet der Proteste Nordkoreas mit ihrem gemeinsamen jährlichen Manöver begonnen. Schon davor hatte Pjöngjang scharf interveniert und die Armee in volle Kampfbereitschaft versetzt. Die nordkoreanische Führung drohte, sich wegen der Militärübung weiteren Gesprächen über sein Atomprogramm zu verweigern. Die USA verhandeln mit Nordkorea über die Wiederaufnahme der sogenannten Sechs-Nationen-Gespräche. Die im August 2003 aufgenommenen Gespräche zwischen den beiden koreanischen Staaten, den USA, Japan, Russland und China liegen seit April 2009 auf Eis.
An der zehntägigen Übung in Südkorea nehmen nach Angaben des gemeinsamen Hauptquartiers in Seoul rund 20.000 südkoreanische und 18.000 US-Soldaten teil. Damit haben beide Länder allerdings weniger Truppen mobilisiert als im vergangenen Jahr. Außerdem nehme in diesem Jahr auch kein US-Flugzeugträger an dem Manöver teil, sagte ein Sprecher des Hauptquartiers.
Jedes Jahr Protest aus Pjöngjang
Die Übung zieht jedes Jahr massive Kritik des Nordens nach sich. Seit Jahrzehnten hat es dabei aber keinen Zwischenfall gegeben.
Nord- und Südkorea befinden sich formell noch im Kriegszustand, da der Koreakrieg (1950 bis 1953) mit einem Waffenstillstand endete. Die USA haben etwa 28.000 Soldaten im Süden stationiert, die die 670.000 südkoreanischen Truppen unterstützen. Das Heer des Nordens ist etwa 1,2 Millionen Mann stark.
dpa/rts/AFP
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