Donnerstag, 04. November 2010
An Bedürfnissen des Marktes vorbei: Ein-Euro-Job als Makel
Laut einer ZEW-Studie könnten Ein-Euro-Jobber stigmatisiert werden, wenn Arbeitgeber derartige Tätigkeiten als Hinweis auf eine schlechte Beschäftigungsfähigkeit ansähen. Auch gingen die im Ein-Euro-Job vermittelten Qualifikationen an den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes vorbei.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Langzeitarbeitslose mit Ein-Euro-Jobs finden einer Studie zufolge seltener einen regulären Arbeitsplatz als andere Hartz-IV-Empfänger. Die Nachteile der Ein-Euro-Jobber zeigten sich dabei quer durch die Bevölkerung, teilte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mit. Besonders Männer ohne Migrationshintergrund hätten spürbar schlechtere Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt, wenn sie zuvor einen Ein-Euro-Job angenommen haben, aber auch alle anderen Gruppen würden durch die Beschäftigungsmaßnahme benachteiligt.
Mögliche Gründe für das schlechte Abschneiden der Maßnahme seien etwa, dass die im Ein-Euro-Job vermittelten Qualifikationen an den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes vorbeigingen, schrieben die Experten. Zudem könnten die Ein-Euro-Jobber stigmatisiert werden, wenn Arbeitgeber derartige Tätigkeiten als Indiz für eine mangelnde Beschäftigungsfähigkeit ansähen. Die vorliegenden Daten gäben aber keinen eindeutigen Aufschluss über die genauen Gründe für das schlechte Abschneiden der Ein-Euro-Jobs, sagte der Forscher Stephan Thomsen. "Darum darf man aus unseren Ergebnissen nicht voreilig den Schluss ziehen, dass Ein-Euro-Jobs ein vollkommen ungeeignetes Instrument der Arbeitsmarktpolitik sind."
Möglicherweise bemühten sich Langzeitarbeitslose schlicht intensiver um einen regulären Arbeitsplatz, um einem unattraktiven Ein-Euro-Job aus dem Weg zu gehen. "Dann wäre die höhere Beschäftigungsquote in der Vergleichsgruppe ein indirekter Erfolg der Ein-Euro-Jobs", schrieben die Experten. Das ZEW wertete für die Studie die Erwerbsverläufe von 160.000 Hartz-IV-Empfängern aus.
dpa
Hintergründe zur Nachricht
Politik
-
Neue Lyrik über Griechenland
Spott ergießt sich über Grass
-
Wieder tote Zivilisten in Afghanistan
Nato-Bomben töten Familie
-
Umstrittenes Atomprogramm
Iran baut zweites AKW
-
Mehr als 30 tote Kinder
Massaker sorgt für Empörung
-
Rückbau der Atomruine dauert 30 Jahre
Abklingbecken sicher vor Beben
-
Anerkennung von Gesundheitsschäden
SED-Opfer warten jahrelang
-
Idealer SS-Mann und blonde Bestie
Aufstieg und Tod des Reinhard Heydrich
-
Deutsche Interessen vernachlässigt?
Steinbrück: Kanzlerin vereinsamt
-
Zustimmung zum Fiskalpakt
Schwarz-Gelb macht Druck
-
Eintrag in Flensburg
Ramsauer verschärft Punkte
-
Unregelmäßigkeiten in Ägypten
Sabahi will die Wahl anfechten
-
Einkäufe für die Rüstung
De Maizière droht Industrie