Donnerstag, 12. Februar 2009
19 Länder und Konfliktgebiete: Einsatz von Kindersoldaten
In den Kriegs- und Krisengebieten der Welt werden nach Schätzungen des UN-Kinderhilfswerks UNICEF mehr als 250.000 Kinder und Jugendliche als Soldaten missbraucht. Anlässlich des Welttages gegen den Einsatz von Kindersoldaten rief UNICEF weltweit zu verstärkten Anstrengungen auf, um Kindersoldaten zu entwaffnen und wieder in die Gesellschaften einzugliedern. Kinder als Soldaten zu missbrauchen sei "eine schwere Menschenrechtsverletzung", erinnerte die UN-Organisation in ihrer Erklärung.
Im vergangenen Jahr wurden laut UNICEF 19 Länder und Konfliktgebiete dokumentiert, in denen zwischen 2004 und 2007 Minderjährige zum Kämpfen gezwungen oder als Helfer und Spione eingesetzt wurden. Zu den Ländern zählten unter anderen Afghanistan, die Zentralafrikanische Republik, der Tschad, Kolumbien, der Sudan, Birma und Sri Lanka. Zwar hätten inzwischen 120 Staaten ein Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention unterzeichnet, das den Einsatz von Minderjährigen verbiete. Trotzdem missachteten vor allem viele nicht-staatliche Akteure diese Grundsätze.
Auch Siebenjährige rekrutiert
Im Osten der Demokratischen Republik Kongo verhandele UNICEF derzeit mit Milizen über die Freilassung von mehr als 1500 Kindern, teilte das Kinderhilfswerk weiter mit. In den vergangenen Tagen hätten Milizen in der kongolesischen Provinz Nord-Kivu mehr als 144 Kindersoldaten freigelassen, die Jüngsten seien nur sieben Jahre alt gewesen.
Kindersoldaten seien vor allem Opfer, die oftmals zu schrecklichen Grausamkeiten gezwungen würden, erklärte UNICEF weiter. Sie schlössen sich in Krisengebieten auch auf der Suche nach Schutz und Hilfe bewaffneten Gruppen an und würden dann ausgenutzt.
"Rote Hände" für Horst Köhler
Aus Protest gegen den Einsatz von Kindersoldaten in vielen Ländern der Welt hat Bundespräsident Horst Köhler die Abdrücke von mehr als 100.000 Händen überreicht bekommen. Die "Roten Hände" wurden ihm in Berlin vom Sänger der Rockgruppe BAP, Wolfgang Niedecken, und einer Gruppe von Jugendlichen übergeben. Köhler und seine Ehefrau Eva Luise drückten ihre Hände ebenfalls auf ein rotes Stempelkissen, um sich an der Aktion zu beteiligen.
Der "Red Hand Day" soll jedes Jahr am 12. Februar auf das Schicksal der Kindersoldaten aufmerksam machen. Der Gedenktag erinnert an das Inkrafttreten eines entsprechenden Zusatzprotokolls zur UN-Kinderrechtskonvention am 12. Februar 2002.
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