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Der 21-jähriger Iraker Hussein A.  hat eine Frau gegen ihren Willen geküsst und ihr Gesicht abgeleckt.
Der 21-jähriger Iraker Hussein A. hat eine Frau gegen ihren Willen geküsst und ihr Gesicht abgeleckt.(Foto: dpa)
Donnerstag, 07. Juli 2016

Silvesternacht in Köln: Erstmals Täter wegen Sexualdelikts verurteilt

Das Kölner Amtsgericht spricht zwei Täter aus der Kölner Silvesternacht wegen sexueller Nötigung schuldig. Ein 21-jähriger Iraker und ein 26 Jahre alter Algerier werden jeweil zu einjährigen Haftstrafen verurteilt- ins Gefängnis müssen sie allerdings nicht.

Erster Schuldspruch nach den Sexualdelikten in der Kölner Silvesternacht: Gut sechs Monate nach den massenhaften Übergriffen auf Frauen hat das Kölner Amtsgericht einen zur Tatzeit 20-jährigen Iraker wegen sexueller Nötigung zu einem Jahr Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt. Er hat dem Gericht zufolge am Kölner Dom eine junge Frau gegen den deren Willen geküsst und ihr Gesicht abgeleckt.

Ein mitangeklagter 26-jähriger Algerier erhielt wegen Beihilfe zur sexuellen Nötigung eine einjährige Bewährungsstrafe nach Erwachsenenstrafrecht. Der 26-jährige Algerier hat demnach den Begleiter zweier weiblicher Opfer mit den Worten bedroht: "Give me the girls, give the girls - oder Tod." ("Gib mir die Mädchen, gib die Mädchen - oder Tod.") Das Gericht wertete dies als weitere Straftat - als versuchte Nötigung.

Das Verfahren war das zweite wegen eines Sexualdelikts in der Kölner Silvesternacht. In einem ersten Prozess Anfang Mai hatte sich ein Algerier wegen versuchter sexueller Nötigung verantworten müssen. Die Tat konnte ihm aber nicht nachgewiesen werden, weil das Opfer den Angeklagten im Gerichtssaal nicht wiedererkannte.

Dolmetscher richtet Entschuldigung aus

In dem Prozess ging es um Übergriffe auf zwei Frauen bei den Kölner Silvesterausschreitungen. Die beiden Angeklagten hatten mit den späteren Opfern zunächst am Kölner Dom Fotos gemacht. Anschließend kam die Männergruppe hinzu, aus der heraus einem der Opfer ans Gesäß und in den Schritt gefasst wurde.

Die zweite Frau wurde laut Gerichtsurteil anschließend von dem nun verurteilten Iraker Hussein A. in den Schwitzkasten genommen und geküsst. Zudem leckte er ihr Gesicht. "Wir sehen das als sexuelle Nötigung an", sagte der Richter Gerd Krämer. "Er hat das Opfer genötigt, diesen Kuss und das Lecken durch das Gesicht zu dulden."

Der heute 21-jährige Iraker sagte laut Dolmetscher in seinem letzten Wort vor Gericht: "Ich entschuldige mich für die Sachen, die passiert sind." Während der Verhandlung hatte sich jedoch nicht zu den Vorwürfen geäußert. Den Algerier Hassan T. hielt das Gericht der Beihilfe zur sexuellen Nötigung durch die Gruppe für überführt, der 15 bis 20 Männer angehört haben sollen. T. hält sich nach eigenen Angabe seit dem Herbst 2014 in Deutschland auf, A. seit September 2015.

Schilderungen unter Tränen

Die beiden betroffenen Frauen im Alter von 27 und 20 Jahren schilderten im Zeugenstand sichtlich bewegt und zeitweise unter Tränen die Geschehnisse in der Silvesternacht. Die beiden Freundinnen waren mit dem Verlobten der 27-Jährigen am Tag vor Silvester nach Köln gereist, um am Rhein den Jahreswechsel und das Silvesterfeuerwerk zu erleben.

In der Silvesternacht hatten überwiegend aus Nordafrika stammende Täter am Kölner Hauptbahnhof und am benachbarten Dom sexuelle Übergriffe auf hunderte Frauen sowie Raubdelikte verübt. Die Taten lösten eine bundesweite Debatte über den Umgang mit straffälligen Flüchtlingen aus. Wegen Diebstahls und Raubes wurden bereits mehrere Täter vom Kölner Amtsgericht verurteilt.

Quelle: n-tv.de

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