Politik

"Ikone der Demokratie"Ex-Präsident Alfonsn ist tot

01.04.2009, 07:29 Uhr

Argentiniens erster Präsident nach dem Ende der Militärdiktatur ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Alfonsn hatte dafür gesorgt, dass die ehemaligen Herrscher sich für ihre Taten verantworten mussten.

Der ehemalige argentinische Präsident Raul Alfonsn ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Der Politiker sei am Dienstag in seinem Haus in Buenos Aires einem Lungenkrebs erlegen, teilte sein behandelnder Arzt Alberto Sadler mit.

Unmittelbar nach Bekanntwerden des Todes herrschte Trauer im ganzen Land. Die Zeitung "Clarin" in Buenos Aires würdigte den Politiker als "ersten Präsidenten der Demokratie in Argentinien". Es wurde eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen.

Alfonsn hat Argentinien 1983 nach siebenjähriger Militärdiktatur zur Demokratie zurückgeführt und die früheren Herrscher in einem für Lateinamerika beispiellosen Schritt zur Rechenschaft gezogen. Fünf ehemalige Mitglieder der Junta wurden für Folter und Menschenrechtsverbrechen zu langjähriger Haft verurteilt. In der Diktatur verschwanden offiziellen Angaben zufolge schätzungsweise 11.000 Menschen.

Alfonsn verpasste 1989 nach sechsjähriger Regierung mitten in einer schweren Wirtschaftskrise die Wiederwahl, sorgte aber für den ersten geordneten Übergang der Regierungsverantwortung seit Jahrzehnten. Präsidentin Cristina Kirchner bezeichnete ihren Vorgänger bei der Enthüllung einer Büste im vorigen Jahr als "Ikone unserer Rückkehr zur Demokratie".