Dienstag, 10. August 2010
Massaker in Afghanistan: FBI übernimmt Ermittlungen
Das FBI schaltet sich in die Ermittlungen zur Tötung von acht ausländischen Ärzten in Afghanistan ein. Bei den ausländischen Opfern des Überfalls handelte es sich um eine Frau und fünf Männer aus den USA, eine 35-jährige Deutsche sowie eine Britin. Zu dem Überfall bekannten sich zwei Extremistengruppen.Die US-Bundespolizei FBI hat sich in die Ermittlungen zur Tötung von acht ausländischen Ärzten in Afghanistan eingeschaltet. "Das FBI hat das Recht zu weltweiten Untersuchungen, wenn US-Bürger betroffen sind", erklärte eine Sprecherin der US-Botschaft in Kabul. Entsprechend ermittele die US-Bundespolizei auch in diesem Fall. Sie arbeite dabei mit den afghanischen Behörden zusammen, betonte die Sprecherin. Ihren Angaben zufolge wird derzeit unter anderem geprüft, ob die Leichen der getöteten US-Ärzte "in aller Würde" in die USA gebracht und dort einer Autopsie unterzogen werden sollen.
Bei den ausländischen Opfern des Überfalls handelte es sich um eine Frau und fünf Männer aus den USA, eine 35-jährige Deutsche aus Sachsen sowie eine Britin. Die Ärzte waren für die christliche Organisation International Assistance Mission (IAM) in Afghanistan tätig. Ihre Leichen waren am Freitag in einer entlegenen Waldgegend in der nördlichen Provinz Badachschan gefunden worden, die zum Einsatzgebiet der Bundeswehr gehört. Auch zwei afghanische Begleiter der Gruppe wurden getötet, der afghanische Fahrer überlebte.
Zu dem Überfall bekannten sich sowohl die radikalislamischen Taliban als auch die Islamistenorganisation Hisb-e-Islami.
Immer mehr Kinder unter den Opfern
Nach einer Analyse der Vereinten Nationen kommen bei Anschlägen und Angriffen der Aufständischen in Afghanistan immer mehr Zivilisten ums Leben. Betroffen sind auch viele Kinder, wie die Mission der Vereinten Nationen in Afghanistan (UNAMA) in Kabul mitteilte. Dagegen habe die Zahl der bei Militäroperationen getöteten oder verletzten Zivilisten deutlich abgenommen.
Im ersten Halbjahr 2010 sei die Zahl der getöteten und verletzten Zivilisten verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um insgesamt 31 Prozent gestiegen, berichtete UNAMA. Unter den Opfern von Taliban-Gewalttaten seien 55 Prozent mehr Kinder als im ersten Halbjahr 2009.
dpa/AFP/rts