Sonntag, 14. September 2008
Pikantes Gespräch: Fake-Münte verulkt Ypsilanti
Hessens SPD-Landeschefin Andrea Ypsilanti ist auf den Scherz-Anruf eines Radiomoderators hereingefallen. Sieben Minuten lang habe der Stimmenimitator des Senders "ffn", Jochen Krause, als Franz Müntefering getarnt mit Ypsilanti telefoniert, berichtet der "Spiegel". Das Pikante: Ein gekürzter Mitschnitt des Gespräches ist auf der Video-Plattform "YouTube" aufgetaucht. Zwar habe Ypsilanti dem Sender die Ausstrahlung umgehend verbieten lassen, aber das Material ist durch irgendeine Lücke dennoch ins Internet gerutscht. "ffn" suche selbst nach dem Übeltäter. Wie er ins Internet gelangte, weiß der Sender offenbar nicht. "Jedenfalls nicht aus unserem Haus", so Programmdirektorin Ina Tenz.
In dem Gespräch, das durch und durch authentisch erscheint, lässt sich der falsche Müntefering mit Ypsilantis Büro verbinden. Kurz darauf sieht sich die SPD-Frau mit dem Vorschlag konfrontiert, die Duldung durch die Linkspartei zu unterlassen und als kleine Entschädigung auf den Posten von SPD-Generalsekretär Heil zu rücken. Nur weil jemand "Heil" heiße, sei er ja lange nicht heilig, so der Fake-Münte. Ypsilanti antwortet daraufhin: "Ich weiß, was du meinst." Dennoch lehnt sie ab sie könne sich sonst in Hessen nicht mehr blicken lassen.
"Bei dem Ausschnitt handelt es sich mutmaßlich um einen Teil des Telefonats, aber er steht illegal im Netz", sagte der Geschäftsführer der SPD-Fraktion im Wiesbadener Landtag, Gerd-Uwe Mende. Der Radiosender hat seinen Anwalt eingeschaltet, um das Video so schnell wie möglich entfernen zu lassen. Doch das dürfte recht sinnlos sein. Einmal im Netz, wird es voraussichtlich bald überall kursieren. Einige tausend Menschen haben es längst angeklickt.
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